Regierungskoalition zeigt demonstrative Einigkeit

Im Streik-, pardon Streitmodus befindet sich seit einiger Zeit ja auch die rot-rot-grüne Regierungskoalition. Erst kürzlich beklagte sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), dass sich die Grünen zu wenig für die Verlängerung von U-Bahnlinien interessierten. Und der frühere Bausenator Andreas Geisel, dito SPD, gab seiner Nachfolgerin Katrin Lompscher (Linke) eins mit, weil zu wenige Wohnungen entstehen (fun fact: Müller und Geisel waren beide mal für Bauen und Verkehr zuständig). Dafür keulen Linke und Grüne zurück, zuletzt bei der Frage, wohin die 650 Millionen Euro fließen, mit denen die Wachstumsschmerzen Berlins behandelt werden sollen. Der Senat ist am Donnerstag nun erst mal in Klausur gegangen, zwar nicht bei Wasser und Brot, aber bei den Berliner Wasserbetrieben. Noch bis Freitag tagt er in der Zentrale des Unternehmens mit hübschen Spreeblick. Zum Auftakt war so viel demonstrative Einigkeit, dass es beinahe weh tat: Ramona Pop (Grüne), Klaus Lederer (Linke) und Michael Müller ließen über ihre Twitter-Accounts wortgleiche Erklärungen verbreiten, dass alles tippitoppi sei. Nur die Fotos sahen ein bisschen anders aus. Soviel Individualität muss schon sein.