Claudia Sünder ist „Flunker-Queen"
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Im Juni verschickte „Dr. Hanjo Lehmann, Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller“ (bitte nicht verwechseln mit Horst Lehmann, siehe CP v. gestern) ein „Dossier Claudia Sünder“ in der Stadt herum – auf 79 Seiten behauptet der Autor, dass die Senatssprecherin als „Flunker-Queen“ ihren Lebenslauf frisiert hat (CP v. 6.8.). Nach der Lektüre hätte es nicht verwundert, wenn es eine Claudia Sünder gar nicht gibt. „Wesentliche Fakten“ würden in der offiziellen Vita verschwiegen, schreibt Lehmann, u.a. „die Rolle von FDJ und Stasi (…) im Leben der Senatssprecherin“.
Im Parlament wurde der Regierende Bürgermeister gestern nach dem Lebenslauf Sünders gefragt, seine Antwort: Daran ist alles ok. Dafür werden jetzt wesentliche Fakten im Leben des Schriftstellers Lehmann bekannt. In einer RBB-Inforadio-Reportage offenbart der gebürtige Berliner (1946) und spätere Kölner, dass er für das MfS tätig war. Weil Lehmann 1975 in die DDR übersiedeln wollte, forderte die Stasi ihn zur „Kooperation“ auf, offenbar erfolgreich: „Herr Lehmann erklärt sich zu einer Zusammenarbeit mit dem MfS bereit“, stehe in seiner Akte, sagte der Pamphlet-Autor dem RBB-Reporter Sebastian Schöbel - aber er habe darauf bestanden, niemandem zu schaden (wie alle anderen Hobby-Stasi-MA ja auch). Weil sein MfS-Führer „ein hoch gebildeter Mann“ war, kam Lehmann zu dem Schluss, „dass Stasileute nicht durchgehend Schweine waren“. Welche sauberen Sauereien er für die Stasi erledigt hat, warum er die Senatssprecherin verfolgt und was Claudia Sünder dazu sagt, ist am Sonntag um 7.24, 12.24, 16.24 und 22.24. im Inforadio zuhören. Der Wortlaut der Sendung steht ebenfalls am Sonntag ab 6 auf www.rbb24.de.