Michael Müller empfängt Teheraner Bürgermeister

Im Mai nahm er am antisemitischen Al-Quds-Marsch in der iranischen Hauptstadt teil, heute Nachmittag wird der Teheraner Bürgermeister Pirouz Hanachi von Michael Müller im Roten Rathaus empfangen. Fototermin und Eintrag ins Gästebuch Berlins inklusive, Fragen von Journalisten sind nicht vorgesehen. Verständlich, dass jüdische Organisationen den Besuch entschieden ablehnen. Auch Berlins neuer Antisemitismusbeauftragter Lorenz Korgel kann „die Kritik an der Art und Weise des Empfangs durchaus nachvollziehen“. Tatsächlich wirkt es paradox, dass derselbe Senat, der den Berliner Al-Quds-Marsch und seine Teilnehmer konsequent ächtet, einen Vertreter ausgerechnet jenes Regimes hofiert, das internationalen Terrorismus finanziert, den Holocaust leugnet, Israel mit Vernichtung droht, Frauen unterdrückt und Homosexuelle hinrichtet. Doch was wäre die Alternative? Nicht miteinander reden? „Wo kommen wir denn hin, wenn Politiker aus aller Welt von uns als Gesprächspartner aussortiert werden, weil uns deren Weltbild und Moral nicht passt?“, kommentiert mein Kollege Ulrich Zawatka-Gerlach heute im Tagesspiegel.