Nach einem Nazi benannt: Grüne fordern Umbenennung des Palandt

Kennen Sie den „Palandt“? Dann sind Sie vermutlich Jurist (oder mussten sich wegen des Erbstreits um Oma ihr klein Häuschen mal schlau machen). Für alle anderen: So heißt der Standardkommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, das Handwerkszeug vieler Juristen im Zivilrecht. Benannt ist das Werk nach Otto Palandt. Der Mann war NSDAP-Mitglied, wurde von Roland Freisler, dem späteren Präsidenten des Volksgerichtshofs, zum Chef des Reichsjustizprüfungsamts und Abteilungsleiter im Reichsjustizministerium ernannt. Seit 1938 trägt das Buch, das im C.H.Beck-Verlag erscheint, nun schon Palandts Namen. Drei Grüne wollen, dass das Braune verschwindet. Berlins Justizsenator Dirk Behrendt und seine Amtskollegen aus Hamburg und Thüringen haben am Dienstag eine Erklärung unterzeichnet, in der sie die Umbenennung fordern: „Ein Nationalsozialist ist seit Jahrzehnten in Gerichtssälen, Anwaltskanzleien, Universitäten und Bibliotheken präsent. Dies widerspricht unserem Verständnis einer aufgeklärten und offenen Gesellschaft.“ Für den Verlag ist der Name übrigens vor allem eine eingeführte Marke – eine Rechtswissenschaft für sich.