Bizarre Neuigkeiten zum Wahlchaos in Tempelhof-Schöneberg

Neues zur EU-Wahlpanne in Tempelhof-Schöneberg (CP von gestern) – ein bizarrer Mailwechsel lässt darauf schließen, dass es nach dem Dreifachversand von Briefwahlunterlagen hier weiterhin drunter und drüber geht. Einem der Betroffenen wurde jetzt sogar telefonisch mitgeteilt, dass er an der Wahl nicht mehr teilnehmen könne - er hatte die dritte Zusendung der immer gleichen Wahlzettel für sich und seine Familie in der Annahme zerrissen, es handle sich um eine weitere fehlerhafte Neusendung (die beiden ersten fehlerhaften Unterlagen hatte das Amt inzwischen „annulliert“, die dritte Zusendung aber nicht entsprechend gekennzeichnet). Als er jetzt um neue Unterlagen bat, bekam er gestern folgende Antwort:

„Um neue Wahlscheine ausstellen zu können, werden die Schnipsel der vernichteten Wahlunterlagen benötigt. Bitte teilen Sie mir auch mit, was mit den Ihnen und Ihrer Familie fehlerhaft übersendeten Wahlunterlagen erfolgt ist.”

Auf den Hinweis, das sei mit der zuvor damit befassten Mitarbeiterin aber anders besprochen worden, ging es so weiter:

„Meine Vertretung hat Sie gebeten in Ihren Papiermüll zu schauen. Durch Ihren Hinweis, dass Sie die Ihnen zugesendeten Wahlscheine vernichtet haben, ist leider keine weitere Ausstellung von Wahlscheinen möglich.“
 
Tja, Pech gehabt. Der Bezirkswahlleiter teilte dem Checkpoint dann gestern noch mit: „Ein ‚Dreiklassenwahlrecht‘ gibt es in Tempelhof-Schöneberg nicht.“ Die Betroffenen seien darüber informiert worden, „dass die doppelten (‚alten‘, fehlerhaften) Wahlscheine annulliert und deshalb neue (gültige) Wahlscheine versandt worden sind“. Und: „Damit ist ausgeschlossen, dass dreimal abgestimmt werden kann.“ Aber offenbar ist nicht ausgeschlossen, dass keinmal abgestimmt werden kann. Und wozu sind die Schnipsel nötig, wenn doch Wahlscheine annulliert werden können? Die Wahlbeobachter.