Elterngeld, ein steiniger Weg

Dazu passt die Episode, die CP-Leser Florian G. sozusagen live aus dem Kreißsaal schildert, dessen Töchterchen Dienstagmorgen geboren wurde (herzlich willkommen, btw!): „Mutter und Tochter schlafen, ich lese die Hiobsbotschaften (vom Elterngeld) im Checkpoint. Das ist wirklich eine Schweinerei. Vor etwa drei Wochen habe ich durch den Stress (Sohn drei Jahre, Frau in der 39. Schwangerschaftswoche) einen Termin beim Arbeitsamt verpasst. Trotz umgehender Entschuldigung und persönlicher Vorstellung wurde mir sofort sämtliches Geld gestrichen.“ Am Ende habe es dann doch was gegeben – allerdings verspätet, zur Strafe samt Kürzung um die Summe für eine Woche. Vater G.: „Da hat man richtig Bock auf das Elternsein in Berlin.“

Die Lage in seinem Bezirk hat sich in den vergangenen zwölf Monaten jedenfalls verschlechtert, sagt Jugendstadtrat Gernot Klemm (Linke, Wartezeit acht Wochen) aus Treptow-Köpenick. Ursache sei unter anderem das neue Elterngeld Plus, das einen flexibleren Bezug über einen längeren Zeitraum ermöglicht, aber mehr Aufwand bei der Bearbeitung der Anträge bedeutet. Schneller geht’s hingegen in Neukölln, wo sich Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU, Wartezeit ein bis drei Wochen) nach eigenen Angaben um qualifizierte und vor allem ausreichende Mitarbeiter bemüht hatte.