Altbau-Mieter sind seit Tagen ohne Heizung und Warmwasser
Auch auf mehrmalige Nachfrage erhalten die Bewohner keine Antwort vom Vermieter. Zuvor hatte der sich kritisch zum Mietendeckel geäußert – Zufall?
Mit der Schulmisere wird eine junge Familie vermutlich auch demnächst konfrontiert werden, zunächst einmal hat sie aber ganz andere Sorgen. Vor drei Wochen sind sie nach Berlin gezogen und bisher nicht ganz so glücklich geworden mit der Stadt, obwohl Berlin diesmal gar nichts dafür kann. Wobei… 1700 Euro zahlt die Familie für die Wohnung in Charlottenburg, 120 Quadratmeter, Altbau. Doch seit elf Tagen hat die Familie weder heißes Wasser noch Heizung, die Kinder haben Halsentzündungen, das Problem beträfe alle Wohnungen im Haus, schreiben sie uns. Jeden Tag rufen die Mieter beim Vermieter an, keine Antwort. Das galt gestern auch für unsere Anfrage beim schwedischen Immobilienkonzern Akelius, dem das Haus angeblich gehört. Dessen Europa-Chef Ralf Spann hatte vor zwei Monaten im Tagesspiegel erklärt, wegen des Mietendeckels nicht mehr in Häuser zu investieren – aber explizit Instandhaltungsmaßnahmen ausgenommen. „Wir werden alles Notwendige weiterhin machen, damit das Objekt technisch einwandfrei ist. Heizung ist defekt – wird repariert, Fahrstuhl ist defekt – wird repariert. Das Dach ist undicht – wird repariert.“ Was man nicht mehr machen werde: Treppenhaus streichen, Eingangsbereiche verschönern, den Hof neu gestalten, die Fassade neu streichen. „Weil sich das wirtschaftlich nicht mehr rechnet.“ Da hat wohl jemand etwas verwechselt.