Ku'damm-Raser äußert sich erstmals vor Gericht

Dass von Kopftüchern eine konkrete Gefahr ausgeht, halte ich für unwahrscheinlich. Autos dagegen können zur Mordwaffe werden. Doch gab es beim Autorennen, das sich Marvin N. und Hamdi H. in der Nacht zum 1 Februar 2016 auf dem Ku’damm lieferten, wirklich einen bedingten Tötungsvorsatz? Nein, sagte der Bundesgerichtshof voriges Jahr. Im neu aufgerollten Prozess äußerte sich der 27-jährige Marvin N. am Dienstag nach drei Jahren des Schweigens erstmals zu den Vorwürfen. Zumindest ließ er seinen Anwalt eine vierseitige Erklärung verlesen. Die zentralen Sätze: Er sei „vollständig und zutiefst davon überzeugt“ gewesen, dass durch seine Raserei niemals etwas passieren würde. „Weil ich einfach zu gut war und jede vorstellbare Situation im Griff hatte.“ Ein Trugschluss, der einem 69-Jährigen Autofahrer in dieser Nacht das Leben kostete.