Wie ein Berliner Getränkehändler bis zu 22.000 Euro am Tag mit Pfandflaschen ergaunerte

Zwischen den Großkrisen der Welt wäre folgende lebensnahe Polizeimeldung beinahe untergegangen: Der Geschäftsführer einer Firma in Kreuzberg soll mit Komplizen seit 2019 „in großem Umfang Pfandsiegel auf nicht pfandwerthaltigen Flaschen“ angebracht haben, um via Automat Pfand zu kassieren. Bis zu 22.000 Euro soll der Mann so an manchen Tagen ergaunert haben. Das sind 88.000 Einwegflaschen, also ca. eine pro Sekunde in einer 24-Stunden-Schicht. Hä? Auf CP-Anfrage berichtet die Staatsanwaltschaft, es handele sich um den Geschäftsführer eines Getränkeladens, in dem auch der freigiebige Automat stand. Dessen Festplatte beschlagnahmte die Polizei ebenso wie Säcke voller pfandfreier Flaschen sowie gefälschte Etiketten. Das echte Geld für die falschen Pfandflaschen habe die unbescholtene Deutsche Pfandgesellschaft erstattet, die das Pfandsystem managt.