„Kafkaeske Situation“: Debatte um Belästigungsvorwürfe gegen Gelbhaar
Szenenwechsel: Als „kafkaeske Situation“ beschreibt Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar in der „Zeit“ seine Lage seit Beginn der Debatte um Belästigungsvorwürfe. Täglich habe er Beruhigungsmittel und Medikamente gegen Magengeschwüre genommen und sieben Kilogramm an Gewicht verloren.
Gelbhaar hat demnach Strafanzeige gegen zwei Frauen erstattet. Dabei geht es um die ehemalige Grünen-Bezirkspolitikerin Shirin Kreße und eine Frau aus der Grünen Jugend. Sieben weitere Personen halten allerdings anonym an ihren Anschuldigungen gegen ihn fest.
Die Bundessprecherin der Grünen Jugend sieht derweil keinen Grund für Unschuldsvermutungen. Diese gelten vor Gericht, aber nicht in einer Partei, argumentierte Jette Nietzard auf einer Pressekonferenz: „Es gilt als feministische Partei, Betroffenen zu glauben.“ Dass Vorwürfe in mindestens einem Fall offensichtlich frei erfunden waren, thematisierte sie nicht.
Apropos: Wegen der Fehler in RBB-Berichten rumort es heftig im Sender, der Redaktionsausschuss fordert in einem Schreiben an die Chefredaktion mehr Transparenz und warnt: „Mit dem Fall Gelbhaar könnte der RBB nun auch noch Teile seiner journalistischen Glaubwürdigkeit verlieren.“