U-Bahnausbau: Ja, nein, Nutzen-Kosten-Untersuchung!
Verkehrte Welt: Berlins Grüne jubilieren plötzlich über den möglichen Ausbau der U7 Richtung Heerstraße und BER. Am Dienstag wurde im Senat eine Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) beschlossen, die dafür sorgen könnte, dass es in rund zwei Jahren mit Planung und Bau losgehen kann – und der Bund bis zu 75 Prozent der Kosten übernimmt. Auch die U3 will die grüne Verkehrssenatorin nun ausbauen. Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek feiert: „In den letzten 10 Jahren wurde nicht so viel neue U-Bahn geplant wie durch Regine Guenther!“
Ob tatsächlich auch gebaut wird, stellte Kapek aber kurz darauf gleich in Frage: Andere Verkehrspläne dürften nicht beeinträchtigt sein, kein Personal dafür abgezogen werden, twitterte sie, die Finanzierung dürfe nur über eine „City Tax“ oder Parkgebühren erfolgen. „Die U-Bahn ist das teuerste Verkehrsmittel, das es (in Berlin) gibt“, ergänzte die Fraktionsvorsitzende. Wenns und Abers, die an der Ernsthaftigkeit des Plans zweifeln lassen. Es scheint vielmehr, als würde mit dem langfristigen Prüfauftrag ein Wahlkampfthema aus dem Spiel genommen. Die großen Ausbaupläne von SPD und CDU bis an den Stadtrand werden kleingeköchelt. Ob eine grüne Verkehrssenatorin wirklich eines schönen Tages neue U-Bahn-Strecken unter der Stadt bauen lassen will und das in ihrer Partei auch durchsetzen kann? Wissen die Grünen wohl selbst nicht.