Architektenverein, Luxusimmobilien-Experte, Investor: Wer die CDU beim Thema Bauen in den Koalitionsverhandlungen beriet
Aus seinem Insiderwissen könnte der Vorsitzende des AIF vermutlich profitieren. Doch er war nicht der einzige aus der Immobilienbranche, der die CDU extern beraten hat. Von Lorenz Maroldt.
Stolz verkündete Tobias Nöfer, Vorsitzender des Architekten- und Ingenieurvereins, in interner Runde seinen Einfluss auf die neue Liegenschaftspolitik des Senats (CP v. 5.5.) – und da künftig landeseigene Grundstücke in Toplagen an Genossenschaften verkauft werden können (unter Rot-Grün-Rot war das ausgeschlossen), gründet der AIF jetzt schnell auch noch eine (hier nachzulesen).
Nach außen spielt Nöfer, der 2021 bei den Koalitionsverhandlungen noch die SPD beriet, seine Rolle zwar lieber herunter. Doch das ist zu bescheiden: Nach Checkpoint-Informationen gehörte Nöfer fest der externen CDU-Beratergruppe für die Verhandlungen mit der SPD an. Mitte März nahm er an Gesprächen digital von der Immobilienmesse Mipim in Cannes aus teil, zurück in Berlin trieb er auf Basis seiner neuen Insidererkenntnisse über den Koalitionsvertrag die Gründung der AIF-Genossenschaft voran. Da macht sich die Teilnahme auch ohne Honorar bezahlt.
Weitere Mitglieder der siebenköpfigen externen CDU-Beratergruppe: Buwog-Geschäftsführerin Eva Weiß, Immobilieninvestor Ulrich Weber, BBU-Geschäftsstellenleiter Matthias Brauner, Luxusimmobilien-Experte Daniel Ralf Schmitz, Immobilienrechter Manuel Heide und Bauplanungsexperte Stefan Bruch. Geleitet wurde die CDU-Arbeitsgruppe „Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen“ von Stefan Evers – als Finanzsenator ist er jetzt zuständig fürs Landeseigentum.