Wenig feierlich: das vernachlässigte Ehrengrab von Bärbel Bohley
Das Ehrengrab von Bärbel Bohley auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof sieht im Jubiläumsjahr des Mauerfalls wenig feierlich aus – es wirkt vergessen (hier zu sehen), ebenso wie der Beitrag der DDR-Bürgerrechtlerin an der friedlichen Revolution von 1989. Oder soll das so sein? Der Senat teilt zu Ehrengrabstätten grundsätzlich mit: „Das zuständige Bezirksamt übernimmt die Kosten für die Grabpflege“, in diesem Fall wäre das also das Grauflächenamt Mitte. Weiter heißt es: „… sofern diese Kosten nicht von Angehörigen oder Dritten getragen werden“. Bohleys Sohn Anselm ist Landschaftsarchitekt, auf seiner Website steht ein Lenné-Zitat: „Nichts gedeiht ohne Pflege“. Das gilt wohl auch für die Erinnerung. Ich habe Bärbel Bohley erst nach der Wende kennen gelernt, meinen ersten Besuch in ihrer Wohnung habe ich nicht vergessen. Vergangene Woche war ihr zehnter Todestag.