BER-Chef will mehr Verbindungen
Nach dem Drama um die Volksbühne, welches die Stadt drei Jahren lang genervt, pardon, um eine wichtige Diskussion bereichert hat, muss Berlin jedenfalls aufpassen, nicht als Chef-Hölle zu gelten - womit der Bogen zum BER geschlagen wäre. Flughafenboss Engelbert Lütke Daldrup will j.w.ö., also janz weit östlich, für Interkontinentalverbindungen von und nach Berlin werben, wie er im Gespräch mit den Tagesspiegel-Kollegen Thorsten Metzner und Klaus Kurpjuweit ankündigt. Das verlangt sogar den ganzen Flughafenmann. „Gerade bei asiatischen Gesellschaften ist sehr wichtig, persönlich präsent zu sein“, sagt ELD, der selbst losdüst und nach eigenen Angaben auf gerade mal zehn Flüge im Jahr kommt.
Ein bisschen merkwürdig wirkt die Ost-Offensive ja schon, so angesichts des unvollendeten BER. Aber Lütke Daldrup begründet sie mit dem Planungsvorlauf. Ansonsten beklagt er sich aber über die deutsche Frusthansa. Vom früheren Staatsunternehmen hätte er sich einen längeren Atem bei Interkontinentalflügen gewünscht. Im November ließ sich die Airline ja noch für den Direktflug nach New York feiern, doch Ende März war es schon wieder vorbei. Und überhaupt: Berlin werde von der Politik bei Flugrechten im Vergleich zu München und Frankfurt am Main benachteiligt, was sich an fehlenden Langstreckenverbindungen zeige. Wehe, es sagt jetzt einer dort, die da in Berlin sollten mal kleinere Brötchen backen und den Flughafen fertig bauen!