Supermarktkette in Baden-Württemberg bietet Arzt-Sprechstunde an, Modell für Berlin?
Etwas verschnieft machen wir einen Ausflug ins badische Mosbach: Im örtlichen Kaufland können Kunden neben Obst und Gemüse neuerdings auch den Arztbesuch vom Einkaufszettel streichen. In einem „Medical Room“ gibt es Videosprechstunden, Blutdruckmessung und EKG führt medizinisches Personal vor Ort durch. Das Pilotprojekt soll gegen den Ärztemangel helfen. Discounter-Sprechstunden, ein Modell für Berlin? „Mit einem einmaligen Kontakt zu einem unbekannten Arzt können allenfalls Fragen beantwortet werden, die manche Zeitschrift in der Auslage genauso gut oder schlecht beantwortet“, sagt die Co-Vorsitzende des Hausärzte-Verbandes Sandra Blumenthal. Sie hält das Projekt eher für eine Lockaktion des Supermarkts. „Statt echte Versorgung zu stärken, wird durch solche Konzepte der Eindruck erweckt, man könne Medizin wie ein Produkt neben dem Wocheneinkauf erledigen.“ Zur Kasse, bitte.