Wutrede nach Unfalltod zweier Kinder

Nach dem Tod zweier Kinder im Berliner Straßenverkehr (CP von gestern) hat mein Kollege Stefan Jacobs eine Wutrede  verfasst – hier ein Auszug (der ganze Text steht heute im Tagesspiegel auf Seite 2):

Sollten die Flaggen auf dem Roten Rathaus oder wenigstens auf dem Dienstgebäude der Verkehrsverwaltung nicht auf halbmast wehen? Und wäre nicht eine stadtweite Schweigeminute angebracht? Eine Minute, in der die Fußgänger inne- und die Autos, Lastwagen, Radfahrer, Busse und Straßenbahnen anhalten, damit sich alle vergegenwärtigen, was passiert ist? Warum zum Teufel prüft niemand systematisch die Kreuzungen der Stadt darauf, wie sie sicherer werden könnten, und programmiert Ampeln ohne lebensgefährliche Konflikte? Warum verdonnert das Land nicht seinen Eigenbetrieb BVG, alle Tram-Querungen mit Warnsignalen auszustatten? Solange das so bleibt, werden weiter Tag für Tag Menschen zu Krüppeln oder zu Tode gefahren in dieser Stadt. Künftige Generationen werden sich wundern, wenn sie aus den Geschichtsbüchern von dieser Barbarei erfahren, die wir uns so lange schon antun.“