Gendersternchen und Dildo in der Krone

Was in Berlin dagegen leuchtet, ja geradezu strahlt, ist das Gendersternchen – soeben wieder in einer Mitteilung des Bezirksamts Mitte zum Start der Jury für die Bestimmung diskriminierender Werbung: „Der Frauenbeirat Mitte hat die Kriterien ergänzt. Diese lauten: Geschlechterdiskriminierende Werbung (sexistische Werbung) liegt insbesondere vor, wenn: Frauen* und/oder Männer* auf abwertende Weise dargestellt werden.“ Frauen*? Männer*? Ja klar, „Frauen“ und „Männer“ sind in Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain keine biologische Wahrheit, sondern ein soziales Konstrukt, deswegen gibt’s die hier nur mit *. Aber warum heißt es nicht einfach „… wenn Menschen…“? Und warum nennt der Frauenbeirat sich „Frauenbeirat“, obwohl es doch eigentlich „Frauen*beirat“ heißen müsste? (Anfrage läuft; war wohl nicht so schnell zu klären. Übrigens: Morgen entscheidet der BGH darüber, ob die Banken auf ihren Formularen neben Kunden auch Kundinnen adressieren müssen).

Unterdessen hatte die Jury auch schon ihren ersten Fall: Eine Bürgerin erregt sich über die „Dildoking“-Werbung, weil das Kronen-Logo der Firma aus einer penisartigen Zeichnung besteht. Die Entscheidung: Nicht sexistisch nach den Kriterien des Bezirks – die Jury-Koordinatorin und Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Drobick hält das Signet für „relativ abstrakt“ sowie für „logisch und schlüssig“. Hinweis für Neuberliner: Hier hat man eben schon mal einen Dildo in der Krone (Q: „Berliner Woche“). Jury-Besetzung und Kriterien finden Sie hier, ein Beschwerdeformular hier, das „Dildoking“-Logo hier - und mehr aus Mitte gibt’s hier im „Leute“-Newsletter von Laura Hofmann.