Kritische Lehrerberichte gelöscht
Frage für Berlin-Kenner (Fortgeschrittene): Wie schafft es die Bildungsverwaltung, dass es Beschwerden über notorisch auffällige Schulleitungen immer nur zum ersten Mal gibt? Ok, klingt ein bisschen knifflig, ist jedoch eigentlich ganz einfach (wenn auch kaum zu glauben, aber wahr): Frühere Akteneinträge werden so schnell wie möglich vernichtet (O-Ton: Die Aufbewahrungsfrist ist „so kurz wie möglich festzusetzen“). Einen rechtlichen Zwang dafür gibt es nicht – entgegen der Behauptung der Bildungsverwaltung (kleiner Tipp: Verwaltungsvorschriften immer ganz lesen, vor allem die selbst gemachten). Praktische Folge an einem aktuellen Beispiel: Im Fall einer heftig kritisierten Leiterin einer Marzahner Schule ist nirgendwo dokumentiert, dass es ähnliche Vorwürfe (u.a. „unorganisiert“, „unkoordiniert“, „überfordert“, „desinteressiert“) bereits seit Jahren gab – auch schon an ihrer früheren Schule. Mehr Transparenz hätte ihre Versetzung gefährdet.