Frage um neuen Pächter geht weiter: Berliner Senat schreibt Waldbühne mit externer Hilfe aus

Warum die Innenverwaltung die Ausschreibung der beliebten Konzertlocation mit externer Expertise umsetzt, ist „vertraulich“ und bleibt deshalb vorübergehend unklar. Sicher ist aber: Einer geklärten Zukunft der Waldbühne läuft die Zeit langsam davon. Von Lorenz Maroldt.

Frage um neuen Pächter geht weiter: Berliner Senat schreibt Waldbühne mit externer Hilfe aus
Foto: Imago / Funke Foto Services

Bedenken anderer Art hat mal wieder die Innenverwaltung: Eine Vorlage an den Hauptausschuss zur „Beauftragung von rechtsanwaltlichen Beratungsleistungen im Rahmen der europaweiten Ausschreibung des Pacht- und Betreibervertrages für die Waldbühne Berlin“ hat sie als „vertraulich“ klassifiziert – der Öffentlichkeit ist sie nicht zugänglich (beim Checkpoint liegt sie natürlich trotzdem auf dem Tisch).

Geheimhalten will die Verwaltung nicht nur die Summe, damit die Bewerber nicht vorzeitig erfahren, womit sie rechnen können (keine Sorge, wir verraten es auch nicht), sondern auch den Grund, warum sie für die Ausschreibung überhaupt auf externe Expertise zurückgreifen will bzw. muss: Nachdem die Sache lange verschlampt wurde (und selbst die Staatssekretäre nicht sicher wussten, wie lange der derzeitige Betreibervertrag läuft; Checkpoint exklusiv v. 7.1.26) rennt der Verwaltung die Zeit davon. Im Sommer muss die Neuausschreibung rechtssicher stehen, und die Materie, so die Begründung für die Mittelfreigabe, sei für die ministerielle Fachkompetenz zu komplex, eine Einarbeitung mangels personeller Kapazitäten weder leistbar noch zweckmäßig. 

Wasin der Vorlage ebenfalls steht: Ausdrücklich sollen landeseigene Unternehmen die Möglichkeit erhalten, ein Angebot abzugeben. Allerdings würden ihnen (wie allen anderen „geeigneten Marktteilnehmern“ auch) neben dem Betrieb „umfangreiche Sanierungs- und Ertüchtigungspflichten übertragen“. Da dürfte der Finanzsenator allerdings Beethoven spielen: Auf dem Ohr ist er taub.