Bezirke verweigern Auskunft über Lebensmittelkontrollen

Wenn es um die Ergebnisse ihrer Lebensmittelkontrollen geht, sind die Berliner Bezirke zäher als ein getrockneter Tintenfisch: Von 3000 Bürgeranfragen wurde auch nach sieben Monaten keine einzige beantwortet (obwohl es einen Rechtsanspruch darauf gibt). Hm, kauen da die Sachbearbeiter etwa ewig auf ihren Stiften herum? Nein, die Bezirke wollen gar nicht antworten – wie das Reh den Jäger, wittern sie die Gefahr einer politischen Kampagne. Tatsächlich steckt hinter den Massenanfragen die Initiative „Topf secret“, und enthüllt hat die jedenfalls eins: Die zuständigen Stadträte wollen sich nicht in die Suppe spucken lassen.

Mehr Chancen auf Auskunft zum Thema Hygiene in Berliner Lebensmittelbetrieben haben Bezirksverordnete, wenngleich die Antworten auch hier eher einem Amuse-Gueule gleichen als einer Sättigungsbeilage – Beispiel Neukölln (Ute Lanske, CDU, KA/337/XX): Hier beziffert Bürgermeister Martin Hikel die Zahl der Kontrollen auf 2205 im vergangenen Jahr, behandelt das „was“ und „wo“ der Verstöße aber so vage wie ein Geheimrezept: „Vereinzelt“ wird Ungezieferbefall festgestellt, Mitarbeiterdaten „werden erfasst“, Belehrungen und Unterrichtungen „durchgeführt“, Nachweise aber „nicht öffentlich ausgehängt“. Kleiner Trost, frei nach Robert Ide: Döner macht schöner.