Pleite für Potsdam (und die Metropolregion Berlin): Laguna geht nach Leipzig, genauer gesagt: Gründungsdirektor Rafael Laguna de la Vera zieht mit der neuen, milliardenschweren Bundesagentur für Sprunginnovation in seine sächsische Geburtsstadt – und setzt sich damit über die Empfehlung der Gründungskommission hinweg. Ausschlaggebend waren Lagunas „Gefühle“ für Leipzig – und sein Ärger über die anstrengende Anreise von TXL in die brandenburgische Landeshauptstadt (die hätten sich ja auch längst mal einen eigenen Flughafen bauen können - oder eine Scotty-Beam-Station).
Die Bundesminister Anja Karliczek und Peter Altmaier verkünden die Standortentscheidung zwar offiziell erst heute Nachmittag, aber wer jetzt schon alles wissen will (oder muss), ist mit unserem „Tagesspiegel Background Digitalisierung & KI“ bestens informiert (und das nicht nur heute, sondern an jedem Morgen). Zur Anmeldung für den kostenlosen Probemonat des Briefings, an dem das BG-Team jede Nacht arbeitet, geht’s hier.
Na gut, soll Laguna mit seiner Sprungagentur ruhig nach Leipzig hüpfen und sich dort mit Allerlei begnügen – wir fliegen dafür auf den Mond: Die Berliner „Zeitfracht“-Gruppe hat das Raumfahrt-Start-up „PTS“ gekauft und investiert in eine Milchstraßen-Mission. Und so lautet unser Motto für heute: Luna statt Laguna. Ach ja, falls Ihnen der Name „Zeitfracht“ irgendwie bekannt vorkommt: Der Charlottenburger Familienbetrieb wollte vor zwei Jahren 20 Propellermaschinen aus der Air-Berlin-Konkursmasse kaufen – könnte also sein, dass den Passagieren beim ersten Berliner Neil-Armstrong-Gedächtnis-Flug ein paar Schokoherzen serviert werden.
Apropos „Raumschiff“ – das so genannte Kongresszentrum ICC (Leerstand seit 2014), dass nach sensationellen Senatsplänen zu einem Kongresszentrum umfunktioniert werden soll, wird nach Verleihung der Denkmalschutzwürde vom Senat ebenso sensationell in die nächste Legislaturperiode abgeschoben – die Vergabe könnte sich bis ins Jahr 2024 hinziehen.
Die einen bekommen die Tür nicht zu (Stichwort BER), die anderen das Licht nicht aus: In Zehlendorf z.B. brennen immer mehr Gaslaternen rund um die Uhr. Ann-Kathrin Hipp hat für den Checkpoint mal gefragt, was das soll - hier die Antwort von Vattenfall:
1) Es wurden gravierende Mängel an einzelnen Funktionsbauteilen festgestellt.
2) Diese Bauteile sind für eine reibungslose Inbetriebnahme während der Dämmerung zuständig.
3) Leider gibt’s Liefer-Engpässe und die Anbieter haben keine Kapazitäten mehr.
4) Zur Wahrung der Verkehrssicherheit während der Nachtstunden wurden die Anlagen deshalb auf Dauerbetrieb gestellt.
Und jetzt Sie: Wie lange bleibt das noch so? Na? Richtig! Noch lange… laut Vattenfall sogar „sehr lange“. Tja, so ist das eben: Anstatt den Mond anzuheulen, leuchten wir in Berlin lieber die Sonne aus – und erhellen nebenbei die Klimakrise.
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Eine Milliarde Jahre Berufserfahrung
Und immer noch hungrig wie am ersten Tag. Seit über einer Milliarde Jahren ernähren sich Mikroorganismen davon, im Wasser gelöste Stickstoffe in feste Biomasse umzuwandeln. Klar, dass wir auf so viel Know-how in Sachen Abwassereinigung nicht verzichten wollen: Mehr dazu auf bwb.de
Wenn es um die Ergebnisse ihrer Lebensmittelkontrollen geht, sind die Berliner Bezirke zäher als ein getrockneter Tintenfisch: Von 3000 Bürgeranfragen wurde auch nach sieben Monaten keine einzige beantwortet (obwohl es einen Rechtsanspruch darauf gibt). Hm, kauen da die Sachbearbeiter etwa ewig auf ihren Stiften herum? Nein, die Bezirke wollen gar nicht antworten – wie das Reh den Jäger, wittern sie die Gefahr einer politischen Kampagne. Tatsächlich steckt hinter den Massenanfragen die Initiative „Topf secret“, und enthüllt hat die jedenfalls eins: Die zuständigen Stadträte wollen sich nicht in die Suppe spucken lassen.
Mehr Chancen auf Auskunft zum Thema Hygiene in Berliner Lebensmittelbetrieben haben Bezirksverordnete, wenngleich die Antworten auch hier eher einem Amuse-Gueule gleichen als einer Sättigungsbeilage – Beispiel Neukölln (Ute Lanske, CDU, KA/337/XX): Hier beziffert Bürgermeister Martin Hikel die Zahl der Kontrollen auf 2205 im vergangenen Jahr, behandelt das „was“ und „wo“ der Verstöße aber so vage wie ein Geheimrezept: „Vereinzelt“ wird Ungezieferbefall festgestellt, Mitarbeiterdaten „werden erfasst“, Belehrungen und Unterrichtungen „durchgeführt“, Nachweise aber „nicht öffentlich ausgehängt“. Kleiner Trost, frei nach Robert Ide: Döner macht schöner.
Na das hört sich doch gut an: Die Verwaltungsakademie bietet einen „Crash-Kurs zu Open Data“ an – doch leider teilt Pankows Stadtrat Torsten Kühne (CDU) gerade mit: „Der Meldeschluss für diese Veranstaltung der Verwaltungsakademie war der 26.08.2016 (sic! – Nehmen wir mal an, gemeint war 2019, was die Sache aber kaum besser macht…), die Publikation auf den Seiten der IKT-Steuerung für diese Veranstaltung erfolgte am Nachmittag des 27.08.2019, so dass keine weiteren Anmeldungen interessierter Mitarbeiter möglich waren.“ Hinweis für Neuberliner: Sie haben soeben den Crash-Kurs „Berliner Verwaltung I“ absolviert.
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Berlin-Tag, 21. September 2019, 9-16 Uhr, Flughafen Tempelhof (Hangar 5). Erfahren Sie mehr auf Deutschlands größter Berufs- und Informationsmesse im Bildungsbereich bei Vorträgen und an 145 Ständen über Ihre Chancen und freie Stellen.
Anmelden: www.berlin-tag.berlin
Apropos Behörden: Am Freitag beginnt unser „Creative Bureaucracy Festival“ in der Humboldt-Uni – zwei Tage lang geht es um die besten Ideen für eine moderne Verwaltung. Hier treffen sich die Innovatoren des Öffentlichen Sektors aller Ebenen aus dem In- und Ausland: Vom Erzieher bis zur Ministerin, von der Kommune bis zur internationalen Organisation, vom digitalen Dienstleister bis zur interessierten Bürgerin. 300 Speaker stellen Best-Practice-Beispiele vor und diskutieren die besten Wege zu einer funktionierenden Verwaltung - als Basis für eine starke und stolze Demokratie. Zur Anmeldung und dem kompletten Programm führt dieser Link. Und wer sich dafür interessiert, am Aufbau und Umbau des Öffentlichen Sektors der wachsenden Stadt Berlin mitzuwirken, kann das Festival kostenlos besuchen, um sich über Ausbildung, Einstellung und Karrieremöglichkeiten zu informieren.
Spannender Tag für die Berliner Medienlandschaft: Ihr Name geisterte schon seit ein paar Wochen durch die Flure des Berliner Verlags (und von dort zum ausnahmsweise Mal verschwiegenen Checkpoint), gestern kamen sie dann selbst - Silke und Holger Friedrich, Privatschulgründer („Berlin Metropolitan School“), Techno-Club-Betreiber („E-Werk“), IT-Unternehmer („Core“), Berliner und neue Eigentümer von „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“. Ihre Motivation (u.a.): „Wir verstehen diesen Schritt als zivilgesellschaftliches Engagement in bewegten Zeiten.“ Team Checkpoint wünscht den Neuverlegern einen guten Start – und der Redaktion um Chefredakteur Jochen Arntz den verdienten Respekt der Neueigentümer.
Zufällig passend dazu war ich gestern im Bundestag eingeladen zu einem Fachgespräch der Grünen-Fraktion über die Zukunft des Journalismus – das ganze Jakob-Kaiser-Haus vibrierte, was aber eher an erschütternden Bauarbeiten lag. Klassisch im Berlin-Style zeigte sich auch der Aufzug: Außer Betrieb.
Unsere frühere Kollegin Elisa Simantke präsentierte dort übrigens das internationale Projekt „Investigate Europe“, das sie zusammen mit Tagesspiegel-Redakteur Harald Schumann gegründet hat. Die neueste, anschauliche Recherche über die Folgen chinesischer Milliarden-Investitionen in Europa haben wir gerade im Tagesspiegel veröffentlicht, hier ist sie.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Vor ein paar Tagen erst hatten wir‘s hier gemeldet: Michael Müller vollzieht seine persönliche Mobilitätswende und will die IAA nach Berlin holen. Gestern gab’s darauf schon mal einen kleinen Vorgeschmack, gewürzt aus großvolumigen Verbrennungsmotoren: Die schwarz-glänzende Senatslimousinenflotte besetzte mit 16 Wagen den Vorplatz vom Rathaus Hellersdorf (hier zu sehen). Am Freitag treffen sich dann alle zum Klimastreik wieder.
Übrigens: Der Senat und das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf tagten in einem Saal, auf den ein Schild mit der Aufschrift „Eheschließung“ hinwies (Foto hier) – das deutet angesichts der üblichen Wartezeiten darauf hin, dass die Sache von ganz langer Hand vorbereitet wurde.
Und als alle wieder zu ihren Limousinen eilten, hatten sie das Mobilitätsgesetz um das Kapitel „Fußverkehr“ ergänzt – u.a. sollen die Grünphasen an den Ampeln verlängert werden. Aber bitte noch nicht anstellen: Bis es soweit ist, vergehen zehn Jahre (scheint eine ziemlich verfahrene Situation zu sein). Dazu der Appell von Verkehrssenatorin Regine Günther per Twitter: „Mitmachen und das Auto auch mal stehen lassen.“ Und weg waren sie wieder.
Nachdem „die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ (Douglas Adams) jetzt endlich gelöst ist (nein, sie lautet nicht „42“!), können wir uns endlich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern – zum Beispiel um folgende Anfrage der CDU-Abgeordneten Emine Demirbüken-Wegner: „Wie bewertet der Senat das Phänomen Einsamkeit“, wollte sie wissen – die Antwort von Staatssekretär Alexander Fischer: „Einsamkeit stellt ein aktuelles Problem dar.“ Tja, vielleicht lässt es sich ja gemeinsam lösen… versuchen wir es doch mal mit der Zahl 42 – die lässt sich teilen und ist ja jetzt frei.
Aus der Reihe „Berlins marode Schulen“: Vergangenen Donnerstag meldete die Linden-Grundschule in Spandau einen verstopften Küchenabfluss – die Folge: Kein Abfluss, kein Abwasch, kein Essen – 600 gelieferte Portionen wurden einfach weggeworfen. Freitag: kein Essen. Montag: kein Essen. Gestern: Nachfrage vom Checkpoint beim Schulamt – und endlich wieder Essen (der Klempner war da). Wir wünschen guten Appetit.
Die Meldung „Nackter Mann fährt S-Bahn und geht in Schnellrestaurant“ („MoPo“) wirkt irgendwie deplatziert – in Bielefeld (wenn es das denn gibt) wäre das eine Nachricht, ok, aber in Berlin? „Heute kein nackter Mann, weder in der S-Bahn, noch im Schnellrestaurant“: Mal sehen, ob wir das schaffen.
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Ich muss mich korrigieren – vor kurzem hieß es hier frei nach Rosa von Praunheim: Nicht der E-Scooter ist pervers, sondern die Gesellschaft, in der er fährt. Angesichts der Polizeibilanz nach drei Monaten (74 Unfälle, in 65 Fällen von den Fahrern selbst verschuldet, 16 Schwerverletzte, 43 Leichtverletzte. 87 Strafermittlungsverfahren (in 65 Fällen wegen Trunkenheit in einem Fall mit 2,78 Promille) muss es heißen: Nicht der E-Scooter ist bekloppt, sondern das Volk, das auf ihm fährt.
Korrektur (I) zur Meldung„Scholars for Peace“ (CP von gestern) - wir nähern uns der Sache mit einer Frage: Was unterscheidet einen Symphoniker von einem Philharmoniker? Hm, mal überlegen… also beide haben einen Triangel-Spieler, das kann es schon mal nicht sein… na vielleicht die Dirigenten? Bingo! Und Lior Shambadal ist nicht Chefdirigent der Berliner Philharmoniker (boah, würde Barenboim da toben!), sondern war Chefdirigent der Berliner Symphoniker. Kling!
Korrektur (II) zur Rubrik Geburtstag (CP von gestern) – also irgendwer hat bei uns an der Uhr gedreht: Diesmal haben wir Ann Cathrin Riedel ein Jahr jünger gemacht, als sie ist. Sorry!
Mit dem Slogan „Interessant wird’s, wenn was nicht funktioniert“ wirbt derzeit die Handwerkskammer für ihre Zunft – dazu der Kommentar der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg: „Auch wir können bestätigen, dass das eine weit verbreitete Annahme ist.“
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Wir Berlinerinnen und Berliner nutzen selbst gerne touristische Angebote…“
… sagt Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, die gerade in New York mit New York eine Tourismuspartnerschaft vereinbart hat. Na gut, dann schauen wir doch mal, was uns „Visit Berlin“ empfiehlt… hier, Überraschung: das Brandenburger Tor. Und warum sollen wir dahin? Na weil es „ein Symbol“ ist – „für das Lebensgefühl dieser Stadt“. Aber lassen Sie sich nicht von einer Kutsche überfahren.
Tweet des Tages
Eines Tages, Freunde, schließt die Bahn bestimmt Ihr WLAN ans Internet an. Das wird ein Fest!
Stadtleben
Essen – Die Flagge von Uruguay ziert eine Sonne – passend also, dass sich das Pecados in der Sonnenallee niedergelassen hat und seine Gäste dort in moderner und angenehm heller Inneneinrichtung mit uruguayischen Spezialitäten empfängt. Der Name des Restaurants („Sünden“) scheint sich dabei v.a. auf die Nachtischkarte zu beziehen, denn die schlägt mit Desserts wie dem karamelligen Dulce de Leche-Vulkan (5,50 Euro) sündhaft süß zu Buche. Aber fangen wir vorne an: Zur Vorspeise werden hier u.a. Black-Tiger-Garnelen in Knoblauchöl (8,80 Euro) oder Krapfen mit Mangold und roter Beete (5,50 Euro) gereicht. Weiter geht es mit einer Empanadas-Auswahl (10 Euro) oder uruguayischem Rinder-Hüftsteak (19,50 Euro) – dazu ein chilenischer Weißwein oder ein Rotwein aus Argentinien und man wundert sich beim Verlassen, dass nicht tatsächlich eine große südamerikanische Sonne vom Neuköllner Abendhimmel scheint. Di-Sa 17-23 Uhr, Sonnenallee 127, U-Bhf Karl-Marx-Straße
Trinken – Wir bleiben in hispanophon-vinophilen Gefilden und machen noch einen Abstecher in die Nollendorfstraße, wo sich die Schöneberger Nachbarschaft im Vinos y Más auf ein Glas spanischen Wein trifft. Wer es schafft, der Weinhandlung in den eng gesteckten Öffnungszeiten einen Besuch abzustatten, wird mit gemütlicher Geselligkeit, dem Fachwissen von Inhaberin Karin und den von ihr frisch zubereiteten Tapas belohnt. Mi-Fr 17-20 Uhr, Sa 13-16 Uhr, Nollendorfstraße 15, U-Bhf Nollendorfplatz
Berlinbesuch – Herbstwetter ist Lektürewetter, dank kaum schweißtreibender Temperaturen aber auch Wanderwetter. Hand in Hand geht beides, wenn man sich auf die Spuren Theodor Fontanes begibt, der vor 200 Jahren in Neuruppin geboren wurde. Ausgerüstet mit seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ lassen sich in und um Berlin historische Örtlichkeiten mit dem Blick des Schriftstellers neu entdecken. Schon zu Zeiten der DDR wurden sechs Fontane-Wanderwege angelegt und teilweise ausgeschildert, anlässlich des diesjährigen Jubiläums fasst das Buch „200 Jahre – 200 Kilometer“ diese Routen zusammen. Kommt man beim Nachwandern in Königs Wusterhausen vorbei, lässt sich dort noch das Dahmelandmuseum besuchen, wo die Ausstellung „Fontane im Dahmeland“ weitere Anregungen zu den Wanderwegen liefert. Zurück in die Stadt geht es dann mit der S46 vom nahegelegenen S-Bahnhof. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei, geöffnet ist sie Di-Sa 10-16 Uhr.
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Nur für kurze Zeit.
Geschenk – Kennen Sie diese Dinnergäste, denen das Essen einfach nicht scharf genug sein kann? Abhilfe schafft Crazy Bastard Sauce in der Weserstraße mit einer vielfältigen und ständig aktualisierten Auswahl von Hot Sauces. Irland ist für vieles, aber sicher nicht für scharfe Küche bekannt – dennoch ist der Betreiber Ire und lässt seine irre scharfen Saucen gerne in seinem kleinen Laden probieren. Die Kreationen rangieren dabei von milderer Jalapeño-Chili mit Dattel bis hin zur extrem scharfen, aber fruchtigen Sauce mit Blaubeer (alle Saucen kosten knapp 6 Euro pro Flasche, im 3er-Set um 16 Euro). Dabei kommen Chilis zum Einsatz, die allesamt aus Berliner Gärten stammen. Bei Sorten mit Namen wie Trinidad Scorpion wird das Würzen schnell zur Mutprobe. Mi+Do 12-19 Uhr, Fr-So 15-22 Uhr, Weserstraße 168, U-Bhf Rathaus Neukölln
Last-Minute-Tickets – Kurz vor dem Global Climate Strike, zu dem junge Aktivisten der „Fridays for Future-Bewegung an diesem Freitag aufrufen, lädt die Generationen Stiftung heute Abend unter der Überschrift „Schluss mit der Geduld! Wir machen einen Plan“ zum Generationendialog. Die Diskussion anregen wird die Aktivistin Franziska Heinisch gemeinsam mit ihrem Gast Philipp Ruch, dem Gründer der umstrittenenen Künstlergruppe Zentrum für Politische Schönheit. Um Anmeldung auf der Webseite wird gebeten, der Eintritt beträgt 8/5 Euro. Zossener Straße 65, U-Bhf Hallesches Tor
Noch hingehen – Bis zum übernächsten Sonntag noch zeigt der Hamburger Bahnhof mit „Der Elefant im Raum“ Kunst von u.a. Joseph Beuys, Jeff Koons und Rachel Whiteread. Die Ausstellung versucht dabei, das Augenmerk des Betrachters insbesondere auf die räumliche Wirkung der Skulpturen zu lenken. Damit liegt der Fokus auf einem Aspekt der Bildhauerei der 60er Jahre, der bisweilen übersehen wird: Schließlich wird das Verhältnis von Kunstwerk und Raum erst live und vor Ort wahrnehmbar. Tickets kosten 14/7 Euro. Di, Mi, Fr 10-18 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Invalidenstraße 50-51, S+U-Bhf Hauptbahnhof
Einen angenehmen Mittwoch wünscht Julian Goldmann.
Berlin heute
Verkehr – Die Kreuzstraße in Pankow ist zwischen Wilhelm-Kuhr-Straße und Wollankstraße in der Zeit von 6 bis 20 Uhr gesperrt – ein Turmdrehkran wird aufgebaut. In Biesdorf führen Leitungsarbeiten dazu, dass auf der Straße Alt-Biesdorf stadteinwärts nur ein Fahrstreifen zur Verfügung steht. Die Einschränkungen bestehen bis Ende September von Montag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 22 Uhr. Auf dem Wilhelmsruher Damm im Märkischen Viertel kommt es auf Höhe des Senftenberger Ringes zu Fahrbahneinengungen und -verschwenkungen in beiden Richtungen bis Mitte November. Auf der Albrechtstraße in Mitte führt der Warnstreik für die Süßwarenindustrie zwischen 8.30 und 10 Uhr zu Einschränkungen im Gebiet Reinhardtsraße, Reichtagsufer und Friedrichstraße.
Demonstration – Vom Hotel Albrechtshof in der Albrechtstraße 8 zieht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit 140 Demonstrierenden in einem Warnstreik für die Süßwarenindustrie Berlin über Reinhardtstraße, Luisenstraße, Reichstagsufer und über die Friedrichstraße zurück zum Ausgangspunkt (8.45 bis 9.45 Uhr). Von 12 bis 13 Uhr versammeln sich gegenüber der Nigerianischen Botschaft in der Neuen Jakobstraße 4 etwa 12 Aktivisten unter dem Motto „Freiheit für Sowore jetzt! – Nein zur Repression gegen demokratische Aktivist_innen in Nigeria“. Der Bundesverband der Regionalbewegung e.V. veranstaltet am Pariser Platz eine Kundgebung zum Thema: „Nahversorger vom Aussterben bedroht – Metzger, Bäcker, Wirte und Bauern sterben im ländlichen Raum“ (11-13 Uhr).
Gericht – Ein 38-jähriger Vater, der mit seinem damals 15-jährigen Sohn und einem weiteren Jugendlichen unter anderem 7,5 Kilogramm Marihuana gestohlen und untereinander aufgeteilt haben soll, kommt auf die Anklagebank (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 618).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Melanie Berger, „Berlin-Redakteurin, Stadtleben-Expertin und Sommelieuse - Team Checkpoint gratuliert herzlich“ / Ulrich Gregor (87), Filmkritiker, Mitgründer des Kinos „Arsenal“-Kinos, ehem. Leiter der Berlinale (1981-2000) / Hans Kollhoff (73), Architekt, verantwortlich u.a. für Kollhoff Tower am Potsdamer Platz und Umbau des Auswärtigen Amtes / Geert Müller-Gerbes (82), Journalist und Fernsehtalkmaster / Anke Myrrhe, „Checkpointerin, Berlin-Chefin und Slampion der Herzen – Ankeschön für alles! Deine Checkies“ / Bahman Nirumand (83), Schriftsteller / Stephan Sarek (62), Schriftsteller und Feuerwehrmann / Wolfgang Schäuble (77), Präsident des Bundestages (CDU) / Nachträglich: Marie Luise Grote (80), „der letzte Bergmann aus Bottrop sendet Grüße nach Föhr! GLÜCKAUF! Sehen uns beim Marathon!“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Sigrid Eißfeller, * 20. November 1948 / Prof. Rainer W. Ernst, * 2. April 1943 / Arthur Jabs, * 5. Februar 1937 / Prof. Hartmut Bonk, * 11. September 1939
Stolpertstein – Auguststraße 73: Hier wohnte Bruno Wegener (Jhg. 1891). Bis er im Jahr 1914 als Soldat am ersten Weltkrieg teilnehmen musste, zog er als Schlossergeselle auf Wanderschaft durch Deutschland. Danach war er bis 1934 die meiste Zeit erwerbslos. Mehrmals wurde er ab 1935 wegen homosexueller Kontakte verhaftet und kam auch ins Gefängnis. Nach Ablauf einer dreijährigen Haft wurde er nicht mehr freigelassen, sondern heute vor 76 Jahren nach Buchenwald deportiert. Von dort aus kam er wenig später ins KZ Mittelbau/ Dora und wurde dort zu Schwerstarbeit an unterirdischen Tunnelanlagen verurteilt – nach 6 Wochen starb er am 11. März 1944 im Alter von 53 Jahren.
Encore
Eine Meldung aus Tschechien bringt mich zum Schluss dann doch noch auf eine Idee… Die Westböhmische Universität Pilsen bietet in Kooperation mit der Universität Regensburg zum Wintersemester einen Masterstudiengang „Bayern“ an. Hallo HU/FU/TU, wie wäre es mit einem Berlin-Master plus anschließender Promotion? Da zieht sich Team Checkpoint gerne den Hut auf – und reicht den Titel „Dr. Berlin“ gleich weiter an Franziska Giffey. Damit die Sache mal ein Ende nimmt – und ein bisschen Schwung in die Bude kommt!
Ich wünsche Ihnen einen lehrreichen Mittwoch – morgen früh sehen wir uns hier an dieser Stelle wieder. Bis dahin,
