Eine Prise Populismus: Berlins Regierender irritiert mit Falschaussagen
Hier ein paar Polizeistunden zu viel genannt, da eine angebliche Zwangsprostitution und noch vieles mehr. Kai Wegners Kommunikation in Sachen Görlitzer Park wirft Fragen auf. Von Christian Latz
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) ist nicht als alarmistischer Lautsprecher bekannt. Umso erstaunlicher, wie er beim Görlitzer Park immer wieder zu Übertreibungen und Falschaussagen neigt. Die von ihm beschriebene Zwangsprostitution von 14-Jährigen im Park gab es dort laut Polizei nie. Sein Pro-Zaun-Argument, dass auch der New Yorker Central Park nachts abgeschlossen werde, war Quatsch. Nun hat der Regierende mal wieder danebengegriffen: 72.000 Einsatzstunden könne die Polizei durch die Parkschließung pro Jahr sparen, hatte Wegner letzte Woche gesagt. Tatsächlich leisteten Berlins Polizisten in den vergangenen Jahren nur 6000 bis 12.000 Einsatzstunden im Görli, teilte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) gestern im Innenausschuss mit. Zu Wegners Verteidigung: Die 72.000 Stunden leisteten die Einsatzkräfte im gesamten Wrangelkiez samt Park. Kann man ja schonmal durcheinanderkommen.