Leberwürste können nicht beleidigt sein

Beim diplomatischen Chaos um die Ukraine-Reise der Bundesregierung ging es um die Wurst – wir haben uns die Fleischware mal von einem Fachexperten erklären lassen. Von Robert Ide

Leberwürste können nicht beleidigt sein
Fleischermeister Jens-Uwe Bünger arbeitet in Halensee und weiß Bescheid, wenn's um die Wurst geht. Foto: Kai-Uwe Heinrich/Tagesspiegel

Immerhin der Streit um die ausbleibende Solidaritätsreise der Bundesregierung in die Ukraine entspannt sich, nachdem nun der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz (beide SPD) nach Kiew eingeladen hat. Noch vor ein paar Tagen hatte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk den zögerlichen Kanzler als „beleidigte Leberwurst“ bezeichnet, der wiederum „für das deutsche Volk ein Problem“ darin sah, dass die Ukraine seinen Parteifreund, den jahrelang russlandfreundlich agierenden Steinmeier, zunächst nicht willkommen heißen wollte.