Nach Großrazzia: Verfahren gegen Bordellbetreiber geplatzt
Es war ein echtes Spektakel damals im April 2016, kurz vor Beginn des Wahlkampfs in Berlin: 530 Einsatzkräfte stürmten das Bordell „Artemis“ am Westkreuz (für das auch BVG-Busse Reklame fuhren), Innensenator Frank Henkel wartete stundenlang in seinem Auto an einem Parkplatz gegenüber auf die Chance für ein TV-Interview. Insgesamt waren fast 900 Ermittler mit der Sache beschäftigt, den beiden Betreibern wurde Ausbeutung, Gewalt und Beihilfe zum Menschenhandel und Sozialversicherungsbetrug vorgeworfen. Jetzt stellt sich heraus: Das Landgericht lässt das Verfahren platzen wie ein aufgeblasenes Riesenkondom – die Anklage der Staatsanwaltschaft (damals unter der Fachaufsicht von Justizsenator Thomas Heilmann) wird nicht zugelassen, eine Hauptverhandlung findet nicht statt, die Verdächtigen sind dennoch gesellschaftlich und finanziell ruiniert. Checkpoint-Analyse: Klarer Fall von Justitius Interruptus ohne Happy Ending.