Was tun gegen die lärmenden Partyboote auf der Havel?
Lärm von Partybooten wird auch auf der Havel immer mehr zum Problem. Doch es gibt eine Idee, wie sich der Geräuschpegel senken lässt. Von Lorenz Maroldt
Über allen Gipfeln ist Ruh’, schreibt unser Gastautor Johann Wolfgang von Goethe – aber Gipfel haben wir hier ja nicht. Stattdessen: viel Fluss – und noch mehr Krach. Partyboote sind hier die Bierbikes der Wasserstraßen. Boris Buchholz, André Görke und Gerd Appenzeller haben sich umgehört, was an den Havelufern von Steglitz-Zehlendorf, Spandau und Reinickendorf so los ist – und das Echo war gewaltig. Wir haben deshalb die Polizei gefragt, wie sie die Lage einschätzt – hier die Antwort:
„Seit einigen Jahren stellt die Wasserschutzpolizei eine deutliche Veränderung im Freizeitverhalten auf dem Wasser fest. Während früher der vereinsgebundene Wassersport mit soliden seemännischen Fähigkeiten das Bild bestimmte, dominiert heute eine Party- und Eventszene die Wasserstraßen. ‚Seemännische‘ Fähigkeiten sind dabei oft nur rudimentär vorhanden. Den Menschen an Bord fehlt zum Teil das Gefühl für die Lautstärke und Hörweite des Schalls. Oftmals handelt es sich auch um Touristinnen und Touristen. Die Situation wird durch die Vermietung der Boote verschärft. Jeden Tag bzw. jede Nacht feiern andere Menschen im gleichen Gewässerbereich.“
Und was würde helfen? Hierzu nochmal die Polizei: „Ein Höchstgrenzwert für Lärmemissionen für Boote auf Bundeswasserstraßen.“ Und wäre Berlin ein Gedicht, hieße es dann wohl Über allen Wellen ist Ruh’.