Etwa 1500 Berliner Polizisten haben einen genehmigten Nebenjob

Komparsen, Kellner, Stromableser und mindestens ein Seminarleiter: Etwa 1500 Berliner Polizisten haben nach letzten Zahlen einen genehmigten Nebenjob, darunter der damalige Chef der chronisch überlasteten Fahnder, die für die Überwachung Anis Amris zuständig waren. Das berichten die Kollegen von „Zeit Online“. Der Kriminaldirektor, laut Polizei „ein leistungsstarker, hoch motivierter und mit enormer Identifikation für den Polizeiberuf versehener Mitarbeiter“, hielt Vorträge bei Unternehmen, alles in seiner Freizeit, insgesamt an 36 Tagen im Jahr 2016. „Der Dezernatsleiter hat alle Dienstpflichten uneingeschränkt erfüllt“, bescheinigt ihm die Polizeiführung, um etwaiger Empörung vorzubeugen. Und die Gewerkschaft der Polizei warnt, „irgendwann über einen schuldigen Polizisten zu reden, nur weil er in seiner Freizeit auf einem Spielplatz war, als ein Verbrechen begangen wurde“. Dennoch steht die Frage im Raum, ob das auch so gelaufen wäre, wenn alle Verantwortlichen den Amri-Fall ernst genommen hätten.