Um Ausgaben zu reduzieren: Lichtenberg und Neukölln sparen Tagesreinigung der Schultoiletten ein
Um insgesamt rund eine Million Euro einzusparen, wurden die Verträge der Tagesreinigung zum Ende des Schuljahres außerordentlich gekündigt. Eine Ersatzzahlung wird trotzdem fällig. Von Margarethe Gallersdörfer.
Weiter zum nächsten schulischen Dauerbrenner. „Da hilft nur noch anzünden“, dürften sich manche Schülerinnen und Schüler in Lichtenberg und Neukölln denken: Beide Bezirke sparen sich im neuen Schuljahr die Tagesreinigung, also eine zusätzliche Säuberung im laufenden Betrieb. Von der Misere in Lichtenberg ab 2026 berichtet der Kollege Dominik Lenze. Zu Neukölln sagte das Bezirksamt dem Checkpoint: „Die bestehenden Verträge liefen bis Ende 2026 und wurden ordentlich gekündigt. Darüber hinaus wurden die Verträge außerordentlich zum Ende des laufenden Schuljahres gekündigt, um Ausgaben des Bezirksamts so schnell wie möglich zu reduzieren.“
Eine fünfstellige Ersatzzahlung wird voraussichtlich fällig, um insgesamt rund eine Million Euro einzusparen – 20 Millionen Euro groß ist Neuköllns Haushaltsloch insgesamt. Einen „Skandal“ nennt die Entscheidung der Bezirksverordnete Philipp Dehne (Linke), Initiator eines erfolgreichen Bürgerbegehrens, das sich dafür einsetzte, dass Schulreinigungskräfte direkt bei den Bezirken angestellt werden. „Schulen werden dreckiger und der Toilettengang für viele Schüler*innen noch schwieriger. Damit zeigen wir als Gesellschaft Kindern: Mehr seid ihr uns nicht wert!“ Vormerken fürs neue Schuljahr: Klopapier und Desinfektionsmittel mitnehmen.