zum 9. November (2/3)


Am Mittwochabend war im ZDF Anna Loos zu Gast bei Markus Lanz – hören wir mal rein:

Lanz: „Am Freitag gibt’s ‘ne schöne Doku, ‘ne Musik-Doku, genau auch zu diesem Thema, Wendethema und so weiter, und du bist da eine sehr, sehr glaubwürdige Protagonistin, finde ich, da geht’s um Musik, vor allen Dingen, und auch um dieses riesige Konzert, das stattgefunden hat damals in Ost-Berlin, Bruce Springsteen hat da gesungen, das war, glaube ich, das größte Konzert, das es je in der DDR…“

Loos: „Das war wann? Weißt Du das zufällig? Ne, ne?“

Lanz: „Ähhhh… ’88?“

Loos: „Kann sein, ja.“

Lanz: „Warst Du dort, auf diesem Konzert?“

Loos: „Ne.“

Ne, war ‘se nicht.

Vergangene Nacht lief dann im ZDF die von Lanz angekündigte Musik-Doku, der Titel: „Soundtrack der Freiheit“. Und da hören wir jetzt auch noch mal rein:

Loos: „Bruce Springsteen! Das hatte so gar nichts zu tun mit der DDR, das war so die große freie Welt, das war Amerika, das war der Wahnsinn.“

Sprecher aus dem Off: „Die 17-jährige Anna Loos stand damals in der Menge.“

Loos: „Das war ja jetzt nicht so, dass der große revolutionäre Reden gehalten hat oder so. Der hat einfach nur seine Musik gespielt und die Leute wirklich in die Arme genommen. Ich weiß nur, dass man danach dachte: Ok, hier platzt gleich irgendwie der Kessel.“

Wahrscheinlich waren bei diesem größten Konzert, das je in der DDR stattgefunden hat, ungefähr 17 Millionen Menschen. Und wahrscheinlich können alle irgendeine Geschichte darüber erzählen. Eine gute Geschichte. Eine von Wahnsinn und Freiheit. Und das ist ja auch ok – so lange die andere, die böse Geschichte dieses Tages, nicht verdrängt, vergessen oder umgeschrieben wird.