Gesundheitssenatorin kann nicht Rotary-Mitglied werden
Im altehrwürdigen „Rotary Club Berlin“ läuft‘s nicht richtig rund – aus der sonst streng verschwiegenen Gesellschaft dringen Knirschgeräusche. Anlass ist eine prominente Personalie: Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci, als Rednerin schon mehrfach in der feinen Runde zu Gast, war aus dem Vorstandskreis eine Mitgliedschaft angetragen worden. Zwei Paten bürgten für sie, der zuständige Ausschuss befürwortete ihre Aufnahme, der Vorstand reichte den Vorschlag an die Mitglieder weiter – eigentlich eine Formsache. Doch bis zum Ende der Frist am 22.6. legten mehrere Rotarier Widerspruch ein, zu viele für ein geordnetes Verfahren. Intern hieß es, die Aufnahme aktiver Politiker sei generell unerwünscht. Tatsächlich steckt hinter der Causa Kalayci ein Konflikt zwischen Traditionalisten und Erneuerern. Ohnehin werden Frauen hier erst seit 1989 akzeptiert, eine in der Türkei geborene Sozialdemokratin als Mitglied geht manchen zu weit – so viel zu weit, dass sie sogar einen Affront in Kauf nehmen: Der Rotary Club Berlin hatte Kalayci umworben, nicht umgekehrt.