Fehlanzeige bei Berlins Bezirken: Null Erfolg in der Hauptstadt-Verwaltung mit Unisex-Toiletten
Kaum Aufwand und geringere Kosten – dennoch gibt es bisher fast keine Unisex-WCs in Berlins Ämtern. Eine Umfrage unter Berlins Bezirken offenbart den Stillstand. Von Lorenz Maroldt.
Unisex-Toiletten waren vor fünf Jahren ein Riesenaufreger: Als wären sie noch nie in einem Flugzeug aufs WC gegangen (wenn auch in der Regel nicht zu zweit oder dritt), fürchteten einige Verteidiger des zweigeschlechtlichen Abendlands den Untergang desselben, wenn sie als Mann auf dem Bürgeramt einer Frau die Kloklinke in die Hand geben müssten (oder eben auch umgekehrt). Dennoch gab das Abgeordnetenhaus eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, der damalige Justizsenator Dirk Behrendt präsentierte das Ergebnis: In den meisten Berliner Verwaltungsgebäuden wären solche Klos für alle ohne großen Aufwand einzurichten – und billiger ist es auch noch.
Berlinkenner (und solche, die es werden wollen) ahnen sicher schon, was seitdem geschah. Für unseren Checkpoint-Podcast „Berliner & Pfannkuchen“ (die aktuelle Folge zur Regenbogenhauptstadt Berlin können Sie hier hören) haben wir in allen Bezirken nach dem Stand der Dinge gefragt – also: Wie viele Unisex-Toiletten gibt es denn inzwischen? Hier das Ergebnis (absolute Zahlen):
Pankow 0, Spandau 0, Marzahn-Hellersdorf 0, Neukölln 0, Reinickendorf 0, Tempelhof-Schöneberg 0, Steglitz-Zehlendorf 0… unfassbar, nicht mal für ein „00“ hat es hier gereicht (Sprachwitze mit „Doppelnull“ und „Lizenz zum Schießen“ bitten wir zu unterlassen). Mitte meldet immerhin 1 Unisex-Klo und Friedrichshain-Kreuzberg sogar 2, Lichtenberg erklärt, die Sache sei „im Umbau“ (was auch immer das bedeutet), in Treptow-Köpenick und Charlottenburg-Wilmersdorf suchen sie dagegen noch nach einer Antwort. Übrigens: Unisex-Toilettenschilder gibt’s bei Ebay schon ab 9,99 Euro (ohne Mengenrabatt).