Kai Wegner in den USA

Wir gucken nun dagegen in die Ferne und schauen, was Checkpoint-Korrespondentin Anke Myrrhe von Kai Wegners USA-Reise berichtet:

Eigentlich ist es nur konsequent, dass der Großteil der Wegner’schen Delegation nur einen Tag in Boston bleibt. Schließlich geht hier alles viel schneller als in Berlin – was der Regierende Bürgermeister süffisant kommentiert mit: „Hier ist in 20 Jahren ein komplettes Stadtviertel entstanden. In Berlin probiert Herr Krieger seit 19 Jahren eine Baugenehmigung zu bekommen.“ Touché, wie der Berliner sagt.

Wegner ist zuversichtlich, dass mit dem Schneller-Bauen-Gesetz und der geplanten Verwaltungsreform („Wir schaffen das!“) auch Berlin zumindest etwas an Tempo gewinnt. Aber Wegner, vermutlich noch immer unter dem Eindruck des New Yorker Größenwahns, will noch mehr: „Wir brauchen eine Föderalismusreform auf Bundesebene“, sagte er bei der Eröffnung des Bostoner Büros von Cellbricks, einem Berliner Unternehmen das (grob vereinfacht) menschliches Gewebe aus dem 3D-Drucker herstellt. „Beispiel: Digitalisierung“, sagt Wegner. „Wenn jedes Bundesland seins macht, wird das nicht funktionieren.“

Gleiches gilt übrigens auch für Delegationsreisen mit zwei Senatsmitgliedern. Während Wegner (CDU) genüsslich präsidierte, stand die eigens angereiste Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) oft eisig lächelnd in der Gegend herum. Und war vermutlich froh, als die Wegner-Truppe sich in Richtung Los Angeles absetzte – und sie für den verbliebenen Rest der Gesundheitswirtschaft endlich wieder selbst die Chefin war.

Wegner hingegen will sich nun in guter alter Wowereit-Manier etwas Hollywood-Glamour abholen. Am späten Mittwochabend hebt der Flieger nach Los Angeles ab. Dabei soll es auch um mögliche Kooperationen mit der Berlinale gehen. Fehlt nur noch das Drehbuch.