Zehngeschosser kommt: East Side Gallery steht bald im Schatten

Und gleich noch eine Geschichte von der Mauer. Eine Projektentwicklungsfirma will jetzt die East Side Gallery in den Schatten stellen – mit einem zehngeschossigen Gebäuderiegel für ein 167-Zimmer-Hotel und 62 Wohnungen direkt am Ufer der Spree. Für Florian Schmidt (Grüne), den Baustadtrat des zuständigen Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzbergs, wird damit ein „trauriges Kapitel der Stadtentwicklungsgeschichte“ aufgeschlagen. Verhindern kann er das Projekt allerdings nicht mehr, für das schon Teile der Gallery entfernt wurden. Im Jahr 2014 hat die Verwaltung des damaligen Stadtentwicklungssenators Michael Müller (SPD) die Baugenehmigung erteilt, nachdem der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit mit Vermittlungsversuchen gescheitert war. 43.000 Menschen haben danach noch eine Online-Petition gegen die Bebauung unterschrieben, geholfen hat‘s aber nicht. Selbst Miteigentümer des nicht minder umstrittenen Wohnhauses „Living Levels“ (gleich nebenan) wandten sich dagegen, zogen ihre Klagen mittlerweile zurück.

Im Koalitionsvertrag von SPD, Linke und Grüne steht übrigens, dass sie die East Side Gallery durchgehend erhalten – und dem Investor ein Ausgleichsgrundstück anbieten wollen. Scheint beides irgendwie nicht so recht geklappt zu haben.