Maaßen ist Sonderberater im Innenministerium
So grau wie das Wetter waren auch die Gesichter der Koalitionäre, als sie am Abend eine neue Fassung ihres Erfolgsstücks „Wir haben verstanden (wir wissen nur nicht was)“ auf die Bühne brachten. Nebendarsteller Hans-Georg Maaßen, in der vorherigen Aufführung beim Schwarzfahren erwischt und mit kostenloser Jahreskarte belohnt (plus VIP-Platz als Staatssekretär), steigt jetzt als Abteilungsleiter um und darf sich künftig „Sonderberater im Innenministerium für europäische und internationale Aufgaben“nennen, Spezialgebiet: Rückführung abgelehnter Asylbewerber. Als solcher steht er allerdings Merkels außenpolitischem Chefberater und Flüchtlingsexperten Jan Hecker auf den Füßen. Vielleicht bekommt das Duo wenigstens Rabatt bei Doppelreisen mit der Flugbereitschaft.
Aber, aber, keine Koalitionsshow ohne Zugabe: Oktoberfestminister Seehofer erklärte anschließend, diese Lösung (inkl. dem Verbleib von Baustaatssekretär Adler, der am Wochenende vom Verband deutscher Architekten- und Ingenieurvereine als Zeichen des Protests gegen seine Absetzung als Ehrenmitglied aufgenommen wurde) hätte die SPD bereits in der vergangenen Woche haben können, aber nicht gewollt. SPD-Chefin Nahles ließ dementieren, Fortsetzung folgt. Was würde Ex-Verfassungsschutzchef Maaßen wohl zu den ausgestrahlten Aufnahmen der Aufführung sagen, z.B. zum großartig geführten Interview von Marietta Slomka mit Olaf Scholz (hier zu sehen)? Vermutlich sowas wie „Nach meiner vorsichtigen Bewertung sprechen gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Chaos in Berlin abzulenken.“