Berlin doch nicht mehr Welthauptstadt des Servicegedankens

Eine Nachricht vom Amt: Im August 2020 hatte er es geschafft! In der Berliner Verwaltung stand endlich der „Servicegedanke im Mittelpunkt“. Das verkündete Andreas Geisel damals groß. Ab diesem Zeitpunkt war nämlich das An- und Ummelden der Wohnung – Jauchzet, frohlocket! – auch schriftlich möglich. Vorbei sollte die Zeit sein, in der fast jeder Berliner beim Um- oder Einzug eine Ordnungswidrigkeit (10 bis 30 Euro) beging, weil die neue Adresse beim Bürgeramt nicht innerhalb von zwei Wochen meldbar war. Keine Termine im Amt frei. Den Titel als Welthauptstadt des Service-Gedankens konnte sich Berlin aber nur kurz anheften: Zum Jahresende lief der Dienst aus.

Die Innenverwaltung schiebt die Schuld auf die Inkompetenz der Berliner. Zwar seien 40.000 Anträge gestellt worden, technische Probleme habe es auch nicht gegeben, betonte ein Sprecher der Innenverwaltung, dafür seien „in exorbitant vielen Fällen fehlende, unvollständige, nicht verwendbare Unterlagen“ eingereicht worden. Die Bearbeitungszeit habe sich dadurch faktisch oft verlängert. So verschwand der Servicegedanke am 31.12.2020 still wieder aus dem Mittelpunkt dieser schönen Stadt. Immerhin: Er hat Vorzugstermine für Ummelder zurückgelassen. Danke, großer Servicegedanke! Danke.