FDP attestiert Berlin schlechte Laune
Am Samstag stimmen die Hauptstadt-Liberalen über ihr Wahlprogramm ab – und ein vages „Gefühl, das der Berliner Senat einem gibt“, soll ab Herbst verschwinden. Von Julius Betschka
Digitalwahl: Am Samstag will die Berliner FDP ihren Fraktionschef Sebastian Czaja zum Spitzenkandidaten küren und das Wahlprogramm verabschieden. In jedem Fall wollen die Liberalen die von ihnen attestierte schlechte Laune in der Stadt bekämpfen: „Es ist dieses Gefühl, das der Berliner Senat einem gibt. Dieses Gefühl, ein schlechter Mensch zu sein. Ein schlechter Mensch, weil man mit dem Auto zur Arbeit fährt. Ein schlechter Mensch, weil man Enteignungen nicht für den Heilsbringer schlechthin hält“, steht in einem internen Memo, das uns vorliegt. Jürgen Klinsmann würde sagen: Gefühle, wo man schwer beschreiben kann.
Stattdessen soll Berlin „Chancenmetropole“ werden, wenn es nach den Liberalen geht. Das steht über dem Wahlprogramm. Der Claim: „Ein neuer Stil“. Für die Zeit nach Corona brauche es eine „Wirtschaftswunderpolitik“, fordern sie in bunten Buchstaben (Vorschau hier). Ob die fünf neuen Seilbahnen, die die Partei bauen will, auch Teil eines wie auch immer gearteten Wunders sein sollen, konnten wir noch nicht herausfinden. Hauptsache, nicht die Bodenhaftung verlieren.