Berlin liegt beim Breitbandausbau auf Platz 78

Na, dann machen Sie sich mal bereit für ein großes Ereignis: Am 4. Mai erscheint das neue Buch von Klaus Wowereit – es heißt „Sexy, aber nicht mehr so arm: mein Berlin“, und in aller ortstypischen Bescheidenheit stellt der Autor darin fest: „Wer über die Zukunft europäischer Städte reden will, der kann über Berlin nicht schweigen.“ Jawoll, so ist es! Und auch wir wollen deshalb nicht länger verschweigen, dass Berlin beim zukunftsweisenden Breitbandausbau bereits auf Platz 78 der deutschen Städte vorgerückt ist, hinter Coburg, Salzgitter, Landshut, Kaiserslautern, Kaufbeuren, Bottrop, Herne, Weiden, Gelsenkirchen, Mülheim an der Ruhr und 68 weiteren Metropolen (Q: testberichte.de). Daraus lässt sich doch auch ein hübsches Motto in der Tradition von Ernst Reuter für Michael Müller machen: „Futurologen der Welt, schaut auf diese Stadt!

Ok, machen wir das gleich mal – Florian Nöll (Chef des Deutschen Start-up-Verbands) sagt: „Wir haben uns jetzt länger angeguckt, wie sich die Landesregierung mit den Start-ups schmückt. Jetzt erwarten wir, dass die Politik ihren Beitrag leistet.“ (Q: „Morgenpost“)

Und hier gleich noch ein schönes Beispiel für die faszinierende „Connectivity“ der Digitalhauptstadt des Universums: Am 1.3. beantragte eine Bürgerin beim Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf (nach längerer Wartezeit auf einen Termin) einen neuen Reisepass. Am 4.4. holte sie Ihren neuen Reisepass ab. Am 9.4. schreibt ihr das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf: „Ihr Deutscher Reisepass hat am 8.6.2018 seine Gültigkeit verloren bzw. wird demnächst seine Gültigkeit verlieren. Wir erinnern Sie daher daran, ein neues Ausweisdokument zu beantragen.“ Der Brief endet mit dem humoristischen Hinweis: „Dieses Schreiben wurde mit Hilfe der automatischen Datenverarbeitung erstellt“.

Noch eins? Ok: Auch die Verwaltung des Abgeordnetenhauses rennt mit Riesenschritten der schönen neuen Digitalwelt entgegen – in einer Mail an die Fraktionsbüros heißt es:
„Betreff: Neues Formular für Raumanträge. Sehr geehrte Damen und Herren, anbei sende ich Ihnen unseren neuen Raumantrag zu. Als neuen Service handelt es sich hierbei um ein ausfüllbares PDF-Dokument. Sie können das Dokument somit direkt am PC ausfüllen, wie gewohnt ausdrucken und unterzeichnen lassen und uns dieses im Anschluss gerne per E-Mail an raumvergabe@parlament-berlin.de zukommen lassen.“ Herrlich – wie gewohnt ausdrucken! Und tut gar nicht weh.