Emotionsgeladene Runde zu Tegel
Mehr Raum für Spontaneität bot die Diskussion, zu der der Tagesspiegel am Dienstagabend in die Urania eingeladen hatte. Eingecheckt zum Rundflug „Eine Zukunft für TXL?“ hatten außer Müller und Pop der ehemalige Präsident des Berliner Verfassungsgerichtshofs Helge Sodan, FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja und CDU-Politiker Matthias Brauner. Hinzu kamen 1000 Zuschauer, die vor allem eines im Gepäck hatten: Emotionen. So war bei der turbulenten Diskussion, die Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt und RBB-Journalistin Anna Kyrieleis moderierten, schnell klar, dass die Stadt teils raus aus ihren Tegeljahren ist, teils noch mittendrin steckt. Und dass es spannend wird, wie sie am Sonntag abstimmt.
Müller konnte sich bei der Diskussion über Applaus für seine Bemerkung freuen, man müsse größere Flächen für neue Wohnungen bebauen, und bei Tegel habe man die Chance, das in der Stadt zu machen. Pro-Tegelianer Czaja machte eine Punktlandung bei seinen Anhängern im Publikum, als er bezweifelte, dass die Verantwortlichen des BER-Desasters es überhaupt hinbekommen, dort die Kapazitäten zu erweitern. „Zwei Flughäfen sind für Berlin angemessen“, sagte der FDP-Politiker auf der Veranstaltung. Zumindest juristisch wäre das nach den Worten des Rechtsprofessor Sodan durchaus möglich, der damit wohl diewichtigste Aussage des Abends traf. Müller und Pop empfahl er noch, das nächste Mal lieber einen Sachverständigen mit einem Rechtsgutachten zu beauftragen, der nicht aus Berlin kommt.
(Die Debatte zum Nachlesen im Live-Blog gibt es unter diesem Link, das Video zum Nachschauen hier. Der RBB bringt eine Aufzeichnung heute Abend um 22.15 Uhr.)