Berlin lässt die Schulen dicht: Rekonstruktion eines irren Kurswechsels

Ranzen rauf, Schulstart! Ach, nee… doch nicht. Eigentlich blicken wir im Checkpoint ja lieber nach vorn. Aber diese politisch besonders irre vergangene Woche muss nochmal genauer betrachtet werden: Franziska Giffey und Raed Saleh haben Senats-Direktor Michael Müller und seine Bildungssenatorin Sandra Scheeres in der Frage der Schulöffnungen faktisch entmachtet. Eine aktuelle Studie aus der Schweiz gibt ihnen recht. Die Linke wollte nach der gemeinsamen Entscheidung des Senats, die Kinder ab heute in die Klassen zu schicken, am liebsten nichts mehr davon wissen und erklärte das Öffnungsszenario rasch zum Alleingang von Scheeres.

Und dann war da noch die Sitzung des Hygienebeirats am vergangenen Montag, auf der die Bildungssenatorin ihre Pläne darlegte und weder Charité-Vertreter noch Schulleiterverbände oder Lehrergewerkschaft etwas daran auszusetzen hatten. Das lag vielleicht auch daran, dass Scheeres einen langen – manche behaupten: sehr langen – Vortrag hielt, aber keine Unterlagen für die anderen Beiratsmitglieder mitgebracht hatte. Jetzt erinnert sich jeder ein bisschen anders an das Happening. Ich habe die spannendsten Momente dieser Woche der Entscheidung deshalb für Sie rekonstruiert (T+). Fazit: Wer Tango tanzt, stolpert selten allein.