Viele Lehrkärfte ohne Lehramtsausbildung
Auf dem zweiten Platz der atmosphärenschädigenden Dienstfahrer im Senat steht Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wegen ihres Audi A6 (gemeinsam mit Kultursenator Klaus Lederer von den Linken). Dabei will sie sich gerade um das Klima verdient machen – um das an Berlins Schulen. Stolz verkündet Scheeres, die "große Schulkrise" abgewendet zu haben, weil sie die offenen Lehrerstellen besetzt hat. Hat sie auch. Allerdings sind unter den 2700 neu eingestellten Kräften nur rund 1000, die auf Lehramt studiert haben. 750 sind Quereinsteiger, die zwar keine Pädagogik-Ausbildung, aber immerhin Abschlüsse in Schulfächern wie Mathe und Deutsch haben. Doch weitere 900 besitzen noch nicht mal das. Diese LovL - Lehrer ohne volle Lehrbefähigung - haben beispielsweise Deutsch als Zweitsprache statt Germanistik oder Archäologie statt Geschichte studiert. Immerhin legt Berlin eine Schippe drauf bei der Lehrerausbildung: Unter anderem richten die Unis jetzt 28 zusätzliche Professuren ein.
„LovL is in the air“ singen sie nun also an Berlins Schulen, wo die die CDU-Opposition eigentlich nur raushört, dass der Bildungsnotstand „jetzt“ da sei. Da hätte sie vielleicht aufmerksamer die Studien der unternehmernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verfolgen sollen, die dem Berliner Bildungssystem seit Jahren schlechte Zensuren erteilt haben. Ausgerechnet in diesem Jahr konnte sich die Stadt aber vom letzten auf den 13. Platz vorhangeln und Brandenburg, Schleswig-Holstein sowie Bremen hinter sich lassen. Spitze sind aus Sicht der Wirtschaft die Länder Sachsen, Thüringen und Bayern.