Gehen oder bleiben? Berliner Senat uneins über Umgang mit Musk-Plattform „X“
Vor zwei Jahren wurde „X“ durch Elon Musk übernommen. Nun kehren einige Senatsverwaltungen der Social-Media-Plattform den Rücken, u.a. wegen der Zunahme von meinungsverzerrenden Bots. Von Daniel Böldt.
vor rund zwei Jahren hat der Tech-Milliardär Elon Musk die Plattform Twitter übernommen, die er mittlerweile in „X“ umbenannt hat. Zahlreichen Nutzerinnen und Nutzer, die die Zunahme von Falschinformationen und meinungsverzerrenden Bots in den vergangenen Jahren kritisch betrachten, stellt seitdem eine Frage: Gehen oder bleiben?
Wie schwierig dies zu beantworten ist, zeigt sich am Beispiel des Berliner Senats, der derzeit keine einheitliche Haltung zu „X“ hat. Die Senatskanzlei sowie die Verwaltungen für Wirtschaft, Finanzen, Bildung, Inneres und Gesundheit nutzen die Plattform weiterhin, „weil über diese sehr schnell und reichweitenstark kommuniziert und informiert werden kann“, teilte Senatssprecherin Christine Richter dem Checkpoint mit.
Die übrigen Senatsverwaltungen (Arbeit und Soziales, Justiz, Kultur, Verkehr und Stadtentwicklung) würden „X“ dagegen nicht mehr bedienen. „Aufgrund von unterschiedlichen kommunikativen Anforderungen entscheiden die jeweiligen Senatsverwaltungen selbst, welche Plattformen sie nutzen“, so die offizielle Begründung Richters.
Auch bei den Parteien ergibt sich nicht immer ein einheitliches Bild. Während etwa der Berliner SPD-Landesverband auf ihrem Parteitag im Mai beschlossen hatte, „X“ zu verlassen, ist der Bundesverband für den anstehenden Wahlkampf gerade wieder zurückgekehrt. Die SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus war wiederum nie weg.
Häme über dieses Ping-Pong wäre unangebracht – es zeigt schlicht, wie schwierig der Umgang mit der immer noch extrem reichweitenstarken und marktmächtigen Plattform ist. Auch der Tagesspiegel und zahlreiche seiner Journalistinnen und Journalisten sind weiterhin auf „X“ aktiv. Was meinen Sie – gehen oder bleiben?