Sicherheitsproblem Ampelphasen: Verkehrslenkung sieht keine Lösung
So, zurück zum Ernst des Lebens… Abgesehen von Rotrasern sind für Fußgänger in Berlin vor allem kurzatmige Ampelphasen lebensgefährlich – und Slalomläufe um anfahrende Autos, die sich verbotenerweise auf Kreuzungen stauen. Ein Prototyp ist die Schulwegkreuzung Bundesallee / Trautenaustraße – sogar der ADAC hatte hier ein Sicherheitsproblem gesehen. Doch die Verkehrslenkung schaltete erst mal auf stur – und reagierte dann mit einem Ausweichmanöver:
„Eine Umstellung der LSA-Schaltungen – auch lediglich 5 Sekunden Verlängerung für die querenden Fußgänger – würden den Straßenverkehr für den MIV (Motorisierter Individualverkehr) erheblich beeinträchtigen. Die daraus folgende Staubildung führte zu weiteren Schadstoffbelastungen zum Nachteil von Mensch und Umwelt.“
Mit anderen Worten: Abgase eines wartenden Autos hält die Verwaltung für gefährlicher als den Kühlergrill eines fahrenden Autos. Aber damit nicht genug – natürlich folgte auch noch ein bisschen fatalistische Folklore (wir sind ja hier in Berlin): „Auch eine Verlängerung der Grünphase führte nicht per se zu größerer Akzeptanz der StVO.“ Tja, wenn der Automobilist nicht spurt, kannste nix machen. Mein Kollege Markus Hesselmann, der die Situation seit Jahren kennt (und fotografiert), sprach gerade direkt dort einen Polizisten auf das verkehrswidrige Verhalten an, vergeblich – daher sein Fazit (via Facebook): „Der blockierende Blechwall scheint in Berlin eine Art Naturereignis zu sein.“ So sieht das auch Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann: Gestern verlas er den FB-Post von Hesselmann in der BVV.