Rigaer Straße
Die autonomen Freunde der Rigaer Straße waren ohne Zugangsprobleme in die Justizverwaltung marschiert und konnten dort einem Beamten drohend auf die Pelle rücken - ein TV-Team des Bayerischen Rundfunks wurde jetzt aber erfolgreich abgewehrt. In vier Angriffswellen versuchten die Invasoren einzudringen, hier das Protokoll des heroischen Verteidigungskampfes:
1) Die Bitte um ein Interview mit dem betroffenen Beamten wird abgelehnt, Begründung: „Der angesprochene Kollege befindet sich im Urlaub“. 2) Die Bitte um ein Interview mit einem anderen Mitarbeiter wird abgelehnt, Begründung: „Es gibt von unserer Seite keinen Bedarf, diese Aktion durch Bildaufnahmen in unserem Gebäude aufzuwerten.“ 3) Die Bitte um ein Interview mit dem Justizsenator wird abgelehnt, Begründung: „Für ‚Vorfälle in Verbindung mit der Autonomen-Szene in der Rigaer Straße‘ ist der Innensenator zuständig.“ 4) Die abermalige Bitte um ein Interview mit dem Justizsenator „angesichts der heutigen Schlagzeilen“ wird abgelehnt, Begründung: „Unklar, wie Sie zum Plural kommen. Aber das zeigt, woran Sie sich orientieren. Reißerische Beiträge wie die von Herrn Schupelius mögen das ideologische Mütchen der Rechten kühlen, sie tragen aber nicht zur Sicherheit unserer Mitarbeiter bei, die sich in einer konkreten Bedrohungslagebefinden. Nach erneuter Prüfung ist auch aus Zeitgründen kein Interview möglich.“
Wir halten fest: Was Journalismus ist, wie er zu sein hat, wem er gefälligst dient, wann er stattfindet, welche Fragen zulässig sind und welche Berichte als ideologisch genehm gelten, entscheidet im Land Berlin der Justizsenator.