Neues von der (S-)Bahn
Jetzt hat auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg das Vertrauen in die S-Bahn verloren: Weil ein „stabiler Betrieb“ nicht zu erwarten ist, muss die Bahntochter auf der S1 zwischen Potsdamer Platz und Wannsee beim eingeschränkten Fahrplan bleiben. Die Gründe für die Pannen? „Vielfältig“, sagt die Bahn: Hitze, Baustellen - und dann mussten noch vier Waggons umfunktioniert werden, weil der Werkstattzug in der Werkstatt war.
Übrigens wirbt die Bahn demnächst mit Iggy Pop: In einem Spot (doch, nur mit einem „t“) singt der Berliner Kurzzeitresident der späten 70er Jahre seinen Hit „Passenger“, der von einer S-Bahn-Fahrt durch die Mauerstadt handelt. Nur müsste angesichts von Pannenerklärungen wie oben in der Meldung zuvor der Refrain angepasst werden: Statt „la la la la la la la la“ passt „bla bla bla bla bla bla bla bla“ einfach besser.
Es gibt aber auch gute Nachrichten von der S-Bahn: Auf einigen Bahnhöfen soll es bald „intelligente Schließfächer“ geben und neue digitale Anzeigen (Kosten pro Stück: 100.000 Euro) – moderner haben Sie noch nie erfahren, dass ihr Zug wegen Signal- oder Weichenstörungen nicht kommt. Oder wegen eines „Gleislagefehlers“ – doch, gibt’s (Beweisfoto von CP-Leser Martin Ballasck hier), und deshalb nehmen wir das auch gleich auf in unser beliebtes Betriebsstörungsbingo.
Und da unsere Ohren gerade auf den Gleisen liegen: Mit großer Freude haben wir gehört, dass unser Kollege Klaus Kurpjuweit in diesem Jahr mit dem „Deutschen Schienenverkehrs-Preis“ des Deutschen Bahnkunden-Verbands ausgezeichnet wird – „für jahrzehntelange herausragende journalistische Leistungen in der Berichterstattung“. Das hat die Jury fein beobachtet – herzlichen Glückwunsch, Klaus!