„Berliner Abend“ im Deutschen Haus: Berlin feiert teure Olympia-Partys für 168.000 Euro in Paris

Warum veranstaltet das Land Berlin eigentlich Partys für rund 168.000 Euro in Paris? Der Checkpoint hat nachgefragt und fast schon goldwürdige Vorwände als Antworten bekommen. Von Christian Latz.

„Berliner Abend“ im Deutschen Haus: Berlin feiert teure Olympia-Partys für 168.000 Euro in Paris
Foto: IMAGO / Shutterstock / Ryan Browne

Die Olympischen Spiele biegen auf die Zielgrade. Kurz vor Ende tritt der Checkpoint heute in einer seiner Parade-Disziplinen an: kritischem Nachbohren. Also werfen wir nochmal einen Blick auf den „Berliner Abend“ im Deutschen Haus in Paris, bei dem nicht nur Landesbranddirektor Karsten Homrighausen seinen Durst löschte (CP von Dienstag). Denn warum veranstaltet das Land Berlin eigentlich Partys in Paris? Und was kostet das die Berliner Steuerzahler am Ende? Die Antwort kommt von der Senatskanzlei: Für die Feier sowie einen weiteren Abend während der Paralympics am 2. September veranschlagt das Land „rund 168.000 Euro“.

Die Vorwände dafür sind fast schon goldwürdig: „Neben Berlin haben auch andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen oder Mecklenburg-Vorpommern bereits zu einem Abend im Deutschen Haus geladen.“ Verschwenden von Steuergeld ist in Deutschland eben Teamsport. Zudem sei es „unerlässlich, sich angemessen als potenzielle gastgebende Region … in Paris zu präsentieren“ – als ob sich das IOC darum scheren würde. Letztlich sei der Abend aber auch „traditionell“ Teil des Rahmenprogramms. Daran darf natürlich auch eine Haushaltskrise in Berlin nichts ändern.