Nach Berliner „Autokorso der Schande“: Organisator der prorussischen Aktion schweigt sich aus

Der Autokorso mit Hunderten Fahrzeugen hinterließ viele fassungslos. Der Organisator wich Fragen in einem Interview aus und stellte wilde Behauptungen auf. Von Stefan Jacobs.

Nach Berliner „Autokorso der Schande“: Organisator der prorussischen Aktion schweigt sich aus
Foto: Carsten Koall/dpa

Der „Korso der Schande“, wie der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk die russisch beflaggte Autoparade vom Sonntag bezeichnete, war laut Polizei und der Regierenden Bürgermeisterin von der Demonstrationsfreiheit gedeckt. Die Frage, ob man die vereinzelt pöbelnden Putin-Fans nicht wenigstens vom Hauptbahnhof als zentraler Anlaufstelle für die ukrainischen Kriegsflüchtlinge fernhalten konnte, wurde am Montag nicht weiter thematisiert. Die „Berliner Zeitung“ hat nach eigenen Angaben mit dem Organisator gesprochen, der anonym bleiben wolle, „aus der Sowjetunion“ stamme. Statt die Fragen der Kollegen zu beantworten, stellt der Mann Behauptungen über angebliche Diskriminierung russischsprachiger Menschen und eine Todesdrohung des ukrainischen Botschafters auf. Konkret wird er auch auf mehrfache Nachfrage nicht.