Wenn der Postmann erst nach sechs Wochen klingelt: Personallage in Berliner Standesämtern „angespannt“
Wer auf Post vom Standesamt wartet, muss viel Geduld haben. Weil es dramatisch an Personal fehlt, brauchen die Ämter lange. Dabei hat sich die Lage gebessert. Von Christian Latz
Warten wir noch einen kurzen Moment länger auf den Verwaltungsfluren dieser Stadt. Dieses Mal beim Standesamt. Dort ist die Personallage „angespannt“ (Innenverwaltung). In einem nicht genannten Standesamt liege die Anwesenheitsquote der Mitarbeiter „unter 50%“, heißt es in einer noch unveröffentlichten Senatsantwort auf Anfrage von Maren Jasper-Winter (FDP), die dem Checkpoint vorliegt. Die Folge: Wer vom Standesamt Mitte Dokumente zum Geburtenregister zugesandt bekommen möchte, wartet im Durchschnitt sechs Wochen. In Lichtenberg dauert es drei bis vier Wochen, bis die Post kommt. Vier Jahre nach einer Untersuchung der Probleme in den Standesämtern sei die Bilanz „mehr als ernüchternd“, sagt Jasper-Winter. Immerhin: 2021 betrug die Wartezeit in Mitte noch bis zu zehn Wochen, in Lichtenberg zwölf. War also alles schon mal (noch) schlimmer.