Rückkehr zur Raserei?
Weniger Stau auf Berlins Straßen bedeutet leider auch: Mehr Autofahrer, die zu schnell unterwegs sind. Im April gab es deswegen 60 Prozent mehr Strafanzeigen. Von Felix Hackenbruch
Rasender Rasereianstieg in Berlin: Um rund 60 Prozent sind die Strafverfahren im Zusammenhang mit Zuschnellfahrern im April im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Jüngstes Beispiel: Am Freitagnachmittag erwischte die Polizei einen Mann, der mit 180 statt der erlaubten 80 Stundenkilometer auf der A100 unterwegs war. Automobilminister Andreas Scheuer (CSU) will derweil die jüngste StVo-Änderung (dass der Führerschein für einen Monat entzogen wird, wenn man mit 21 km/h innerorts oder 26 km/h außerorts zu viel erwischt wird) rückgängig machen. Es habe viele Beschwerden gegeben, die Strafe sei nicht verhältnismäßig. Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) sagt dazu auf Checkpoint-Nachfrage: „Es ist kein Kavaliersdelikt, die geltenden Geschwindigkeitsregeln deutlich zu überschreiten, sondern gefährdet Leib und Leben anderer. Dies sollte endlich spürbar geahndet werden. Die Abschaffung der neuen Regelung wäre das vollkommen falsche Signal.“ Im Bundesrat wollen Berlin und andere grün geführte Bundesländer Scheuers Pläne ausbremsen.