„ossis werden nie Demokraten“: Die „Zeit“ veröffentlicht Döpfners Chatnachrichten
„Die ossis sind entweder Kommunisten oder faschisten. Dazwischen tun sie es nicht. Eklig.“ So zitiert die „Zeit“ Mathias Döpfner, Axel-Springer-Vorstandschef und mächtigster Medienmanager Deutschlands, in Chatnachrichten, die die Wochenzeitung am Donnerstag öffentlich gemacht hat. In dem haarsträubenden Einblick in Döpfners angebliche Gedankenwelt sind die Schreibfehler mit Abstand das kleinste Problem. Ein Auszug:
+ „free west, fuck the intolerant muslims und all das andere Gesochs“
+ „ich bin sehr für den Klimawandel. Zivilisationsphasen der Wärme waren immer erfolgreicher als solche der Kälte.“
+ „Meine Mutter hat es schon immer gesagt. Die ossis werden nie Demokraten. Vielleicht sollte man aus der ehemaligen ddr eine Agrar und Produktions Zone mit Einheitslohn machen."
Döpfner erklärte gestern, „keinerlei Vorurteile gegen Menschen aus dem Osten Deutschlands“ zu haben. Doch selbst der Ostbeauftragte der Bundesregierung Carsten Schneider (SPD) hält den Springer-Chef an der Verlagsspitze für „endgültig nicht mehr tragbar“.
Dafür sprechen auch Nachrichten an Ex-„Bild“-Chef Julian Reichelt zum politischen Kurs der Zeitung, aus denen die „Zeit“ zitiert:
+ „Kann man noch mehr für die FDP machen? Die sollten 16 Prozent mindestens kriegen.“
+ „Please Stärke die FDP.“
Wieviel man auf das „unabhängig, überparteilich“ im Titel der „Bild“ geben kann, kommentiert die Zeitung selbst: „Bild‘ dir deine Meinung!“