Mückenplage an der Ostsee – wehe, sie kommen nach Berlin!
Sollten Sie noch Wasser im Blumenuntersetzer haben: Schütten Sie’s bitte aus. Denn falls die Mücken, die zurzeit an der Ostsee unterwegs sind, sich hier etablieren, kommt der nächste Lockdown freiwillig und mit geschlossenen Fenstern. Die 2021er-Küstenmücke ähnelt der gemeinen Wald- und Wiesenmücke, die man hier kennt, nur teilweise. Sie ist kleiner, was die akustische Vorwarnzeit verringert. Dennoch trotzt ihr Flügelschlag der steifsten Brise, und auch andere Weisheiten gelten für sie nicht: Keine Düne ist zu trocken, kein Parkplatz zu kahl, keine Sonne zu grell, als dass sie nicht in Myriaden über alles herfällt, was blutig riecht. Der „Nordkurier“ („Lesen Sie auch: Riesige Mückenschwärme auf Usedom gesichtet“) berichtet von Urlauberklagen und Apothekennotdienst am Limit. Nur die einschlägige Koryphäe, Dr. Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, erwidert kühl: Nicht alles, was einen plagt, ist eine Plage. Aber ihr Institut ist in Müncheberg bei Berlin und ihr Urlaubsort war offenbar nicht an der Ostsee.