Direktmandate in Berlin: Ein Jahrmarkt voller Wahlkreisprognosen

Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Ein Blick auf die zahlreichen Prognosen für Berlin gleicht vor dem Wahlsonntag beinahe einer Karussell- oder Achterbahnfahrt. Von Daniel Böldt.

Direktmandate in Berlin: Ein Jahrmarkt voller Wahlkreisprognosen
Foto: dpa /Bernd Weißbrod

Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Wem Karussell und Achterbahn nicht reicht, könnte es mal mit einem Blick auf die zahlreichen Wahlkreisprognosen versuchen: In Pankow führen die Grünen! Nein, doch die AfD! Halt, eben haben sich die Linken auf Platz eins geschoben – aber nur kurz. Jetzt führt doch wieder die AfD, diesmal knapp vor der CDU. Puh.

Nächste Attraktion: In Neukölln wirbt die Linke mit „Wer die CDU verhindern will, muss Linke wählen“ – und beruft sich dabei auf „wahlkreisprognose.de“. Das Gleiche macht die SPD mit Verweis „YouGov“. Deren Türwahlkämpfer beteuern treuherzig, dies sei die seriöseste Umfrage.

Dabei haben die zahlreichen Wahlkreisprognosen nur eins gemein: Sie basieren nicht auf repräsentativen Umfragen, sondern auf Modellrechnungen. Fairerweise muss man sagen: Die Beteiligten machen das transparent (was Politiker natürlich nicht davon abhält, damit Wahlkampf zu machen).

„Unsere Vorhersage ergibt sich vor allem aus einer Projektion des Bundestrends auf den Wahlkreis und einige wenige andere Faktoren“, sagte etwa Simon Munzert, der als Professor an der Hertie School das Modell von „zweitstimme.org“ mitentwickelt hat, dem Checkpoint. „Da diese Daten grundsätzlich sehr spärlich gesät sind, ist die Unsicherheit bei Wahlkreisvorhersagen in der Regel höher.“

Noch vier Tage bis zur Wahl.